Gewinneinbruch im Jahr 2007

Kudelski - Aktie im freien Fall.

Der TV-Verschlüsselungsanbieter Kudelski hat 2007 weniger verdient -- und die Anleger masslos enttäuscht: Der Reingewinn reduzierte sich wegen Sonderfaktoren von 138,5 Mio. Fr. auf 67,4 Mio. Franken. 2006 hatte noch der Verkauf der Beteiligung am Billett-Verkäufer Ticketcorner rund 59 Mio. Fr. zum Reingewinn beigetragen. Doch auch operativ lief es im vergangenen Jahr schlechter.

Der konsolidierte Betriebsgewinn (EBIT) -- abzüglich des ausserordentlichen Ertrags durch den Verkauf der Beteiligung -- schrumpfte im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf 87,7 Mio. Franken. Die EBIT-Marge (Betriebsgewinn im Verhältnis zum Umsatz) betrug 9,5 Prozent. Der Umsatz des Waadtländer Konzerns stieg um einen Drittel auf 925,8 Mio. Franken, wie Kudelski am Freitag mitteilte.

Die Konsolidierung der neuen US-Tochter OpenTV habe den Betriebsgewinn mit einem Verlust von 7,6 Mio. Fr. gedrückt. Wegen OpenTV hatte Kudelski bereits im November eine "Gewinnwarnung" ausgegeben und die Prognosen für 2007 heruntergeschraubt. Beim Digitalfernsehen -- die grössere der beiden Divisionen -- steigerte Kudelski den Umsatz um 14,5 Prozent auf 573,4 Mio. Franken. Die EBIT-Marge war mit 15,3 Prozent deutlich höher als auf Konzernstufe. Für das zweite Standbein -- die Division Public Access (Zugangskontrolle) -- vermeldete Kudelski das zweite Mal in Folge ein Rekordergebnis.

Der Jahresabschluss fand an der Schweizer Börse wenig Anklag. Gleich zu Handelsbeginn stürzten die Kudelski-Aktien um rund 15 Prozent in die Tief und führten damit das Feld der Verlierer an. Kurz vor 10 Uhr notierte der Titel in einem stagnierenden Gesamtmarkt um 14 Prozent im Minus bei 14.82 Franken. Im Jahr 2001 war die Kudelski-Aktie noch satte 269.50 Franken wert gewesen. (sda)