Der Verkauf einer Beteiligung am TV-Konzern ProSiebenSat.1 hat dem deutschen Verlagshaus Axel Springer ordentlich Geld in die Kasse gespült. Im ersten Quartal 2008 schoss der Gewinn deswegen auf 450 (Vorjahresperiode: 44) Mio. Euro hoch. Unter anderem der Umzug der Redaktion des Boulevard-Blatts "Bild" von Hamburg nach Berlin führte jedoch dazu, dass das operative Ergebnis sank, wie Springer am Donnerstag mitteilte.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Firmenwerten (EBITDA) betrug noch 78,7 (106,1) Mio. Euro. Der Quartalsumsatz legte hingegen um 8,5 Prozent auf knapp 642 Mio. Euro zu. Ein überproportional starkes Umsatzwachstum von 29,0 Prozent auf 141,0 Mio. Euro verzeichnete der Konzern im internationalen Geschäft. Der Ausland-Anteil an den Erlösen erhöhte sich damit von 18,5 Prozent auf 22,0 Prozent.
Online-Geschäft läuft gut
Springer-Chef Mathias Döpfner zeigte sich an einer Medienkonferenz vor allem mit dem Segment Digitale Medien sehr zufrieden. Bei Besucherzahlen, Seitenaufrufen im Internet und Werbeerlösen habe es kräftige Steigerungen gegeben. Das Portfolio sei ausgebaut und die Online-Angebote mit den Printmedien ("Bild", "Welt") enger verzahnt worden. Der Umsatz dieser Sparte vervierfachte sich binnen Jahresfrist: von 19,5 Mio. Euro im ersten Quartal 2007 auf nunmehr 81,5 Mio. Euro.
Die Zeitungen im Inland blieben laut Döpfner "der wichtigste Renditeträger" des Konzerns. Allerdings sei das Marktumfeld schwierig. Entsprechend verringerte sich der Umsatz in dem Segment um 5,6 Prozent auf 296,7 Mio. Euro. Bei einzelnen Titeln seien die Werbeerlöse rückläufig gewesen. Zur Entwicklung des Werbemarkts bei Zeitungen und Zeitschriften im laufenden Jahr sagte Döpfner, dies sei wie der Blick in eine "schwer lesbare Kristallkugel". Er erwarte Umsätze auf oder leicht über Vorjahresniveau. (sda)