Gibt auch "Golfplatzführer" ab

Tamedia - Christoph Zimmer zum Verkauf der kleinen Medien.

Nur einen Tag nach Bekanntgabe des Verkaufs der "Automobil Revue" und deren französischsprachigen Schwesternblatt "Revue Automobile" (persoenlich.com berichtete, verkündet Tamedia den nächsten Abbau: Der Medien Verlag Ursula Meier mit Sitz in Volketswil übernimmt die 60-Prozent-Beteiligung der Espace Media Groupe am "Golfplatzführer". Ursula Meier hatte diesen 1991 gegründet und seit 2003 gemeinsam mit der Espace Media Groupe verlegt. Durch die Übernahme der Beteiligung der Espace Media Groupe hält der Medien Verlag Ursula Meier nun 100 Prozent des "Golfplatzführers" Schweiz. Über die Einzelheiten des Übergangs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Auf persoenlich.com nimmt Mediensprecher Christoph Zimmer aber Stellung zum Verkauf der kleinen Zeitschriften und verrät, welche als "daran glauben muss":

Christoph Zimmer, gestern wurde bekannt, dass Tamedia die "Automobil Revue" und "Revue Automobile" verkauft, heute den "Golfplatzführer". Warum trennt sich der Verlag von diesen Titeln?

Mit dem Zusammenschluss mit Edipresse Suisse sind zahlreiche Medien und rund 1'000 Mitarbeitende neu zu Tamedia gestossen. Das ist ein grosser Schritt für das Unternehmen, war aber auch ein Anlass sich zu fragen, wo wir unser Kerngeschäft sehen. In Zukunft wollen wir uns vor allem auf reichweitenstarke Zeitungen, Zeitschriften und Onlinemedien fokussieren. Fachmedien wie die "Automobil Revue" und spezialisierte Angebote wie der "Golfplatzführer" profitieren kaum von Synergien mit unseren Medien und haben bei Verlegern, die sich mit voller Kraft ihrer Weiterentwicklung widmen, aus unserer Sicht die besseren Perspektiven.

Hat der Verkauf Konsequenzen für die Macher der Zeitschriften?

Der neue Verleger der "Automobil Revue", Dominique Hiltbrunner, übernimmt die FMM Fachmedien Mobil AG mit allen Mitarbeitenden. Er ist überzeugt vom Potential der "Automobil Revue" und des französischsprachigen Schwestertitels "Revue Automobile" und will das Geschäft weiter ausbauen. Dabei setzt er auch auf die Erfahrung des Teams. Olaf Kuhlmann bleibt Chefredaktor und Rehné Herzig Verlagsleiter.

Konnte die Tamedia mit diesen Titeln Geld verdienen oder war es ein Verlustgeschäft?

Insbesondere für die "Automobil Revue" und die "Revue Automobile" waren die letzten Jahre mit einer starken Rezession und einer Krise in der Automobilbranche sehr schwierig. Im letzten Jahr konnten die beiden Titel den negativen Trend im Werbemarkt aber durchbrechen und wiesen eine stabile Umsatzentwicklung aus. Die angegangenen Sparmassnahmen führten gleichzeitig zu einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses. Wir übergeben die beiden Zeitungen damit bei guter Gesundheit. Der "Golfplatzführer" war immer ein sicherer Wert.

Wie sieht es aus mit dem "Schweizer Bauer"? Ist das die nächste Zeitschrift, die über die Klinge springen muss?

Klippen gibt es in der Schweiz zum Glück nicht. Für einen so erfolgreichen Titel wie den "Schweizer Bauern" passt vielleicht eher das Bild des Ackers, der neu bestellt wird. Aber ja, wir prüfen auch hier einen Verkauf. Im Vordergrund steht eine partnerschaftliche Lösung mit unserer Mitherausgeberin, der Oekonomischen und Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Bern. Für weitere Informationen ist es aber noch zu früh.

Welche weiteren Verkäufe sind geplant?

Bis Ende Jahr wollen wir die Prüfung des Verkaufs von Capital FM, Radio 24, TeleBärn und TeleZüri abgeschlossen haben. Wir wollen möglichst den besten neuen Eigentümer finden, deshalb dauert das seine Zeit.

Interview: Christine Schnyder