Gibt Fernsehnutzungsdaten frei

Mediapulse - Fernsehpanel entspricht internationalen Qualitätsstandards.

Das Hin und Her um die Mediapulse-Daten hat ein Ende: TV-Sender und Vermarkter erhalten ab sofort Daten zur zweckdienlichen Nutzung. Das neue Messsystem für TV-Zuschauerzahlen genügt internationalen Qualitätsanforderungen. Zu diesem Schluss gelangen zwei Expertenberichte, die von Mediapulse in Auftrag gegeben wurden, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Die beiden Expertenberichte waren Mitte Februar vom Mediapulse-Verwaltungsrat in Auftrag gegeben worden. Die Berichte bestätigten, dass das Anfang Jahr eingeführte Fernsehpanel eine "stichhaltige und valide Basis" bilde, um Schlussfolgerungen über das TV-Verhalten der Bevölkerung auch auf der lokalen Ebene zu ziehen, schreibt Mediapulse.
 
Das Panel weist gemäss den Experten keine relevanten Mängel auf. Damit spreche nichts gegen eine Datenfreigabe. Der Mediapulse-Verwaltungsrat habe deshalb nach Klärung mit dem zuständigen Richter entschieden, die Daten ab sofort TV- Sendern und Vermarktern "zur zweckdienlichen Nutzung zur Verfügung zu stellen", schreibt Mediapulse.
 
Dem Entscheid des Verwaltungsrates sei ein Hearing mit über 20 Experten aus dem gesamten Kundenkreis vorausgegangen. Auch das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) war vertreten.
 
Weiterhin untersagt bleibt dagegen die Publikation der Daten sowie deren Abgabe an Agenturen. Grund dafür ist eine superprovisorische Verfügung, die Ende letzter Woche vor dem Obergericht Obwalden erwirkt wurde.
 
Experten schlagen Verbesserungen vor
 
Zudem hätten die Experten verschiedene "Optimierungsvorschläge" für den laufenden Messbetrieb gemacht, heisst es weiter. Empfohlen wurde etwa, punktuelle Nachrekrutierungen vorzunehmen oder weitere sozioökonomische Variablen einzubeziehen. Auch zur Einführung eines akustischen Wasserzeichens ("Watermarking") wird geraten.
 
Die Umstellung auf ein neues Messsystem für TV-Zuschauerzahlen erfolgte Anfang Jahr. Es soll das Verhalten der Fernsehzuschauer besser erfassen, etwa indem es auch zeitversetztes Fernsehen und TV-Konsum via Internet berücksichtigt.
 
Wegen Problemen bei der Datenauswertung und Zweifeln an der Verlässlichkeit der Ergebnisse musste die Publikation der Zahlen verschoben werden. Mitte Februar kam es zum Eklat, als Mediapulse kurzfristig auf die geplante Veröffentlichung verzichten musste. (sda)