"Moritz Leuenberger will vom hohen Lohn für den SBB-Chef erst aus der Zeitung erfahren haben. Das kann nicht sein", schrieb der "Blick" am Montag. Er berief sich darauf, dass SBB-Präsident Thierry Lalive d'Epinay Leuenberger an einer Sitzung vom 19. März über Andreas Meyers Lohn unterrichtet wurde. In seinem Weblog äussert Bundesrat Leuenberger nun seinen Unmut über den Blick-Beitrag.
"Es gibt Menschen, die legen sich eine Wunschvorstellung zurecht, verlieben sich allmählich in sie und verbeissen sich mit der Zeit derart, dass sich die Idee in ihrem Kopf und ihrem Herz verfestigt. Schliesslich halten sie sie für die Wahrheit und sind bereit, ihr alle Grenzen zu opfern", mockiert sich Leuenberger über den Autor des besagten Artikels. Für den Bundesrat steht fest: Der Journalist des Boulevardblatts ist von seiner eigenen These offenbar derart besselt gewesen, dass er nichts mehr hören wolle, was sie widerlegt.
Leuenberger gibt im Weblog der Vermutung Ausdruck, "Blick"-Mitarbeiter seien offenbar davon überzeugt, ein Bundesrat lüge gewissermassen von Berufs wegen und erachte es als seine heilige Pflicht, dies zum finanziellen Wohle seines Verlags der Öffentlichkeit kundzutun. Alles biege er folglich so zurecht, damit die These gestützt werde.
"Muss ich mir das gefallen lassen?, fragt sich Leuenberger sodann -- und gibt sich gleich selber die Antwort: "Natürlich nicht" -- um zum Schluss noch einen Giftpfeil gegen das Boulevard-Blatt von Ringier abzufeuern. Andererseits komme es ja, wie bei einer physischen Bedrohung auch darauf an, wer drohe oder wer beleidige. "Nicht alle sind gleich ernst zu nehmen." Womit auch gesagt ist, was der Medienminister vom "Blick" hält.