Gilles Marchand leitet seit etwas mehr als einem Jahr die Initiative Medien und Philanthropie der Universität Genf. Dabei will der ehemalige SRG-Generaldirektor die Philanthropie als mögliche Finanzierungsquelle für die kriselnden Medien positionieren. Wie er im Interview mit persoenlich.com sagte, fokussiere er auf die Entwicklung der Forschung über die Finanzierungsfragen.
Aus dieser Forschung ist nun ein erstes Buch entstanden, das Marchand zusammen mit Postdoktorandin Manon Plegat herausgegeben hat. «Die Finanzierung der Medien neu denken» ist eine Aufsatzsammlung und erscheint auf Deutsch im Seismo Verlag. Dabei geht es unter anderem um die Medienkrise, theoretische Ansätze wie die «Wissens-Commons», um die Arbeit des Media Development Investment Fund oder um innovative Geschäftsmodelle für Onlinemedien.
Während die Philanthropie als eine gute Lösung für die Medienkrise erscheint, werde sie aber kritisiert, stellt das Buch fest. Sie verleihe privaten Akteurinnen und Akteuren die Möglichkeit, in das gesellschaftliche Leben einzugreifen. Als Lösung werden «kleine Spender und Spenderinnen» vorgeschlagen. Ein weiterer Ansatz sind Werbeflächen für Philanthropinnen und Philanthropen. Marchand nennt die Philantropie «eine dritte Finanzierungsquelle» für die Medien, schreibt er in seiner Einleitung, da die privaten und öffentlichen Mittel drastisch zurückgegangen seien. (spo)
«Die Finanzierung der Medien neu Denken»: Gilles Marchand, Manon Plegat (Hrsg.), Seismo Verlag. Aus dem Französischen übersetzt.