Am Ende der SRF-"Arena" zum Service public vom Freitag trat laut dem "Blick" vor allem einer lächelnd ab: Roger de Weck. Er kam um die harten Fragen herum, heisst es in der Kritik am Tag nach der Sendung.
Der Hauptgrund: Markus Gilli. Der "Tele Züri"-Moderator habe seine Chance nicht genutzt. Anstatt aus seiner langjährigen Erfahrung im privaten Radio und Fernsehen zu schöpfen, habe er minutenlang herumphilosophiert und Metaphern wie Zitronen ausgepresst.
Die Reaktionen auf Gillis Auftritt sind geteilt, wie ein Blick auf Twitter zeigt. Der langjährige Leiter der SRG-Unternehmenskommunikation, Iso Rechsteiner, zum Beipsiel fragte dort: Gilli der Gärtner? Gilli gebe der Sendung mehr Würze, so Kommunikationstrainer Marc Balsiger.
Gilli der Gärtner? Äste, die wuchern? Welche Metaphorik. Natalie Rickli und Geographie? - Contradictio in adiecto ...
— Iso Rechsteiner (@rechstis) 18. Dezember 2015
Keine Frage, mit Gastmoderator @MarkusGilli hat die #SRFArena mehr Würze. Und seine Sprachbilder sind oft gelungen, zuweilen schräg.
— Mark Balsiger (@Mark_Balsiger) 18. Dezember 2015
Im "Prüfstand" konnte der Talkmaster den SRG-Generaldirektor sieben Minutan lang befragen. Dies, damit Moderator Jonas Projer nicht seinen eigenen Chef interviewen musste. Das zeigt: Eigentlich war alles gut vorbereitet. Roger de Weck war flankiert durch CVP-Nationalrat Martin Candinas, neben SVP-Nationalrätin Natalie Rickli stand Peter Wanner, Verleger der AZ Medien.
Als "wenig einleuchtend" betitelt der "Tages-Anzeiger" in seiner Kritik die Wahl von RTS-Moderatorin Esther Mamarbachi als Gegenpart von Natalie Rickli. Womöglich sei dem die Idee zugrunde gelegen, dass die SVP-Nationalrätin die natürliche Feindin der Westschweizer Service-public-Verfechterin sein müsse.
Was die Arbeit von Moderator Projer angeht, sind sich "Tages-Anzeiger" und "Blick" uneins. Während der Tagi der Meinung ist, dass Projer in der Rolle des "Feuerwehrmanns" souverän durch die Sendung führte, findet der "Blick" vor allem eine Aktion "peinlich". Nämlich jene, wo Projer als Reaktion auf ein verunglücktes Rickli-Interview von Mamarbachi die Runde "spontan" zu fünf Minuten Französisch verdonnern will.
Unterstützung erhält Projer von seinem Moderationskollegen Sandro Brotz (Rundschau), der auf Twitter schrieb, Projer sei der einzige, der "cool bleibe".
Einer der wenigen, der in der #srfarena cool bleibt, ist Kollege @jonasprojer. Well done. #servicepublic
— Sandro Brotz (@SandroBrotz) 18. Dezember 2015