Die Bewerbung von Tele Südostschweiz um eine Konzession zur Versorgung des Kantons Glarus erfüllt nach Ansicht der Glarner Regierung die Vorgaben nicht. Sie beantragt deshalb, die Ausschreibung neu vorzunehmen.
Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat die Kantone zur Beurteilung der 75 Bewerbungen um 41 Lokalradio- und 13 lokalen Fernsehkonzessionen eingeladen. Diejenigen Anbieter, welche das bessere Versorgungsangebot machen, sollen zum Zug kommen, so die Kernbotschaft der Glarner Regierung an das Bakom.
Äusserst kritisch beurteilt die Exekutive die Ausschreibung der Konzession für das Regionalfernsehen, wie sie am Dienstag mitteilte. Es liege nur eine einzige Bewerbung vor, jene von Tele Südostschweiz, welche die Vorgaben der Ausschreibung nicht erfülle.
Schlechte Erfahrungen
Im Leistungsauftrag sei ein Programmfenster für Glarus vorgesehen, das Tele Südostschweiz in die Nachrichtensendung des Gesamtgebietes integrieren wolle. Die Aussage, die Bevölkerung habe damit gute Erfahrungen gemacht, sei "schlicht falsch", schreibt die Exekutive. Selbst über so wichtige Ereignisse wie die ausserordentliche Landsgemeinde vom letzten November werde erst nach Meldungen über kleine Verkehrsunfälle oder noch unbedeutendere Bündner Ereignisse berichtet.
Die Ausschreibung sei falsch erfolgt. Klüger wäre es laut Regierung gewesen, ihrem Vorschlag zu folgen: Sie forderte eine Überlappung der Konzessionsregionen Zürich und Südostschweiz. Dieses Vorgehen habe bei der Ausschreibung der Radiokonzessionen zu einem guten Ergebnis geführt. Die Regierung beantragt dem Bakom, die Ausschreibung der Fernsehkonzessionen abzubrechen, die Überlappung vorzunehmen und sie in den beiden Regionen nochmals auszuschreiben.
Zufrieden ist die Exekutive mit den Radios: Mit "Zürichsee" und "Central" verfüge Glarus über zwei starke, verwurzelte Regionalradios. (sda)