Die Freiburger Regionalzeitung La Gruyère will keine Aprilscherze mehr veröffentlichen. Aus Sicht der Zeitung ist die Zeit für Scherze für die Medien vorbei. Während Fake News die Welt überschwemmen, scheine es nicht angebracht, noch mehr davon zu produzieren, hiess es. Dies umso mehr, weil in sozialen Netzwerken ein humorvoller Artikel schnell seinem Autor entgleite und jedes Dementi unwirksam mache. Man wolle so den Vertrauensverlust gegenüber der Presse verhindern.
Zahlreiche andere Schweizer Medien sehen das nicht so und veröffentlichten auch an diesem 1. April ihre Scherze. Nachfolgend eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Neues Quiz: Radio SRF 3 hat das traditionelle Morgenspiel «ABC SRF 3» zu einem Rechenquiz umgestaltet. Die Moderation verkündete am frühen Morgen, dass das Kultspiel ABC SRF 3 ersetzt wird, weil man dann «aufhören soll, wenn es am schönsten ist». Der Aprilscherz wurde gegen 8.15 Uhr aufgelöst. Anschliessend wurde «ABC SRF 3» nachträglich noch gespielt. Ab Mittwoch findet das Spiel «ABC SRF 3» wieder wie gewohnt um 7.50 Uhr statt.
Schweizer Test: Der Bundesrat habe beschlossen, dass alle Schweizer Bürger den Einbürgerungstest absolvieren müssten, den sonst nur Einbürgerungswillige bestehen müssen. Das berichtete Radio SRF 1. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass viele Schweizer dieses Wissen nicht besässen. Der Test soll ab 1. April für alle volljährigen Schweizer obligatorisch sein. Wer besteht, erhält eine einmalige Steuererleichterung von fünf Prozent, wer durchfällt, muss einen Pflichtkurs besuchen. Diese Massnahme soll Gleichberechtigung zwischen geborenen und eingebürgerten Schweizern schaffen.
St. Petersinsel: Die Folgen von Donald Trumps Machtpolitik zeigen sich laut Bieler Tagblatt jetzt auch im Seeland: Ligerz erhebt Anspruch auf die St. Petersinsel. «Wir brauchen sie für die touristische Weiterentwicklung. Wir müssen sie haben», wird die Gemeindepräsidentin von Ligerz zitiert. Heute gehöre die St. Petersinsel zwar noch zu Twann-Tüscherz. Doch politisch sei das nicht nachvollziehbar. Geografisch gesehen sei Twann mindestens doppelt so weit von der Halbinsel entfernt wie Ligerz.
Trump Tower: Auch im Jura musste der US-Präsident für einen Scherz herhalten. Präsident Donald Trump plant, den teilweise zerstörten Turm von Moron im Berner Jura zu kaufen, berichtet der Quotidien Jurassien. Er wolle ihn als neuen Trump Tower mit einer Treppe nicht aus Stein, sondern aus goldenem Metall errichten. Eine neue Strasse mit Tesla-Ladestationen soll zum Turm führen, der ein Casino beherbergen soll. Der US-Präsident wolle dies im Sinne von «Make Jura Great Again» binnen 24 Stunden ermöglichen. Vizepräsident J.D. Vance besuche am Dienstag den Ort, da die Trump-Boeing auf dem Flugplatz von Bassecourt JU landen soll.
Aareböötle: Der Gummiboot-Boom auf der Aare hat nach Angaben der Berner Tamedia-Zeitungen Konsequenzen. Mehrere Gemeinden zwischen Thun und Bern führen angeblich eine Gebührenpflicht ein. An den Einwasserungsstellen würden Drehkreuze montiert. Zugang gebe es gegen eine Gebühr von fünf Franken pro Boot. Auch die Plattform J (vormals Jungfrau Zeitung) will vernommen haben, dass die Gummiböötler künftig zur Kasse gebeten werden. Sie berufen sich auf den Berner Regierungsrat Philippe Müller, der ein entsprechendes Gesetz ausgearbeitet habe. Sicherheitsbedenken sollen ihn dazu bewogen haben. In der Vergangenheit habe es immer wieder Auseinandersetzungen gegeben, vor allem bei den beliebtesten Einstiegs- und Ausstiegsstellen. Hinzu komme der Alkoholkonsum.
Handyverbot: Die Schaffhauser Nachrichten schicken ihre Leserinnen und Leser am Dienstag mit einem Bericht über ein geplantes Smartphoneverbot im Kantonsrat in den April. Das Verbot soll zu einer besseren Arbeitsatmosphäre an den Kantonsratssitzungen beitragen. Allein schon die Ankündigung habe an der Sitzung am Montag für lebhafte Debatten gesorgt. Der 1.-April-Scherz hat indes einen wahren Hintergrund: Die Schaffhauser Kantonsschule plant tatsächlich ein totales Smartphoneverbot für ihre Schülerinnen und Schüler.
Wasserbahn: In der neuen Flutungsanlage im Ausbildungszentrum Andelfingen (AZA) sollen sich an drei Wochenenden im Juli Baderatten vergnügen können. Denn damit der perfekt kontrollierbare Wasserfluss als Abenteuerwasserbahn genutzt werden könne, brauche es nur einige wenige Sicherheitsvorkehrungen wie Prellpolster, wird AZA-Chef Bruno Litschi in der Andelfinger Zeitung zitiert. Die Zeitungsredaktion verschenkt am 1. April Freitickets für die Wasserbahn.
Römer: Die Südostschweiz führt ihre Leserinnen und Leser mit einer Meldung zur Sperrung der A13 bei Zizers GR an der Nase herum. Bei Bauarbeiten eines Kreisels bei der Autobahnausfahrt seien Waffen und Ausrüstungsteile, darunter Schleuderbeile und Schuhnägel von römischen Soldaten gefunden worden. Diese Funde könnten mit bisher geheim gehaltenen römischen Strassen in Verbindung stehen, so die Zeitung. Deshalb bedürfe es weiterer Ausgrabungen auf der Nordspur der Autobahn, was eine Totalsperre auf unbestimmte Zeit nach sich ziehe.
Linksverkehr: Die Südostschweiz veröffentlichte gleich mehrere Aprilscherze. So las man auch, dass der Kanton Glarus als Lösung für den chronischen Stau auf der sogenannten Querspange die Einführung des Linksverkehrs im gesamten Kanton ab 1. April 2026 plane. Eine Studie zeigt, dass der Uhrzeigersinn-Verkehr im Näfelser Kreisel die Hauptstrasse entlastet. Baudirektor Thomas Tschudi bezeichnet die Massnahme als «radikal günstig», da hauptsächlich Schilder umgedreht werden müssen. An sechs Einfallsachsen werden Ampeln den Wechsel regeln, während auf der A3 der Rechtsverkehr bleibt. Die Pointe setzte ein Leserkommentar, wonach der Linksverkehr vorerst nur für Lastwagen gelte, um ein Chaos zu vermeiden.
Gipfelkreuze: Der Walliser Bote vermeldete eine neue Wendung im Streit um die Gipfelkreuze auf Schweizer Bergen. Gemäss eines internen Schreibens des Bundesamts für Landestopografie sollen ab 2027 sämtliche Gipfelkreuze durch orange Google-Pins ersetzt werden. Der Internetkonzern übernimmt das Patronat und investiert 50 Millionen Franken in Klimaschutzprojekte in den Alpen.
Helikopter: Der Zuger Regierungsrat prüft nach Angaben der Zuger Zeitung die Anschaffung eines Helikopters. Im Gegensatz zu anderen Zentralschweizer Kantonsregierungen verfügt Zug bislang nicht über eine Staatskarosse. Wegen der Topografie und der verstopften Strassen werde getestet, ob sich die Anschaffung eines Helikopters lohne. Von diesem soll auch der neue Zuger Bundesrat Martin Pfister profitieren können.
Wahlen: ArcInfo liefert skurrile Erklärungen für die über 1600 ungültig erklärten Wahlzettel bei den Wahlen im Kanton Neuenburg vom 23. März: Die Listen der verschiedenen Parteien seien mit Konfitüre, Karamell, gesalzener Butter oder Fruchtsaft zusammengeklebt worden. Einige Namen der Kandidaten für den Staatsrat seien nicht korrekt. Die Zeitung berichtet, dass die Staatskanzlei Informationsveranstaltungen organisieren werde, um der Bevölkerung beim korrekten Ausfüllen der Wahlzettel zu helfen, und lädt zu einer ersten Sitzung am Dienstag im Schloss ein.
Swinger-Club: Die mittelalterliche Burg Schlossberg in Neuenstadt BE am Bielersee soll unter dem Namen «L'huitre bleue» (zu Deutsch: blaue Auster) zu einem gehobenen Swingerclub werden, schreibt das Journal du Jura. Das Projekt wird von belgischen Investoren der Gesellschaft «Les Plaisirs du Plat Pays» (Freuden des Flachlands) getragen. Die Idee sei, dort «einen Raum von öffentlichem Nutzen» zu schaffen. In der Nähe des neuen Swingerclubs könnte eine Bushaltestelle entstehen. «L'huitre bleue» soll der erste Swingerclub mit dem Label «Grand Chasseral» werden.
Invasive Arten: Die Freiburger Newsplattform Frapp meldet, dass nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer eine weitere invasive Art im Kanton Freiburg gesichtet wurde: der Berner Maikäfer. Er sei dafür bekannt, jodelähnliche Töne zu erzeugen, wenn er sich in Schwärmen zusammenfinde. Das Onlinemedium berichtet, dass die Belästigung durch den Gesang der Käfer mehrfach gemeldet wurde, insbesondere im Greyerzer- und Sensebezirk. Wissenschaftler vermuten, dass der Maikäfer mit seinem Gesang insektenfressende Vögel täuschen kann, die ihn mit einem Wanderer verwechseln. Um die Invasion einzudämmen, empfehlen die Behörden, Aufnahmen von Kuhglocken in der Nähe der befallenen Gebiete abzuspielen, da dies die Kommunikation störe und die Käfer dazu bringen würde, in ruhigere Gebiete abzuwandern.
Bier: Die Brauerei Schützengarten erweitere ihr Bierleitungssystem bis in die St. Galler Innenstadt, wusste das St. Galler Tagblatt zu berichten. Künftig werden gemäss der Brauerei gleich vier Biersorten aus Zapfhähnen in Privatwohnungen und Häusern fliessen. Und wer sich selbst ein Bild von einer solchen neuartigen Beer-at-home-Anlage machen will, hat am Dienstagmittag in einer Mietwohnung in St. Gallen die Gelegenheit dazu - Freibier inklusive, versteht sich.
Wolfsland: Mit dem «Arosa Wolfsland» wird die Bündner Tourismusdestination um eine Attraktion reicher, schrieb der Werdenberger & Obertoggenburger. Dazu soll das Gamserrugg-Wolfsrudel eingefangen, betäubt und nach Arosa umgesiedelt werden. Die Wölfe werden künftig neben dem «Arosa Bärenland» zu sehen sein. «Arosa bekommt eine neue Tourismusattraktion, die vom Gamserrugg geplagte Bevölkerung wird eine Sorge los, um es knapp auf den Punkt zu bringen», fasste die Zeitung das Vorhaben zusammen.
Fleisch: Der Tages-Anzeiger weiss, wie der Schlachthof mitten in der Stadt Zürich nach der Schliessung im Sommer 2026 genutzt werden soll: Neben Spielplätzen soll in einem neuen Raum eine Show-Metzgerei eingerichtet werden. Dort sollen alle Schülerinnen und Schüler der Stadt mitverfolgen, wie ein Tier zu Fleisch verarbeitet wird. Es soll ein geschärftes Bewusstsein für den Fleischkonsum geschaffen werden, zitiert der Tages-Anzeiger aus bislang unbekannten Dokumenten des Stadtzürcher Gesundheitsamtes und der Zürcher Hochschule der Künste. Das Projekt ist bei Eltern auf Kritik gestossen - die Stadt lädt nun vor dem Schlachthof zu einem Gespräch.
Büchelburg: Die umstrittene «Büchelburg», die in Zunzgen illegal errichtet wurde und abgebaut werden muss, erhält ein zweites Leben: Sie wird auf dem Chienbergtunnel-Kreisel in Sissach wiederaufgebaut, vermeldet die Volksstimme. Die Büchelburg ist eine hölzerne Burgkonstruktion, die im Sommer 2023 auf dem Zunzger Büchel, dem Wahrzeichen der Gemeinde, errichtet wurde. Zunzgen macht dieses «Geschenk» der Nachbargemeinde zum 800-Jahre-Jubiläum. Gemeindepräsident Wüthrich ist froh, das Problem loszuwerden, während sein Sissacher Amtskollege Buser sich über die freundnachbarschaftliche Geste freut.
Award-Award: Einen Award für die besten Awards hat das Fachmagazin M&K erfunden. «Für alles gibt's schon Awards – ausser für Awards», schreibt M&K dazu. «The Best Swiss Awards» werde das nun ändern. Gesucht würden die besten Eingaben in den Kategorien wie «Best Award Show», «Best Award Show Dankesrede» oder «Best Jury Ausraster».
Volksinitiative: Das Onlinemagazin Infosperber verkündete scherzeshalber die Lancierung einer Volksinitiative gegen Diffamierungen. «Es muss endlich Schluss sein mit den rechtswidrigen Verunglimpfungen und anonymen Beschimpfungen», begründet Redaktionsleiter Urs P. Gasche den Schritt. (sda/nil)