Gratisheft für Kinder wird 75 Jahre alt

Junior - Im November 1951 ist die erste Ausgabe des Kindermagazins erschienen. Zum Jubiläum hat der Thalwiler Hug-Verlag eine Festschrift veröffentlicht, die Post widmet dem Magazin eine Briefmarke.

Generationen von Kindern haben es an der Kasse der Apotheke oder Drogerie geschenkt bekommen, und bis heute liegt es dort auf: das Junior-Heft. Zum 75. Geburtstag blickt der Hug-Verlag in einer Festschrift auf die Geschichte des Hefts zurück, wie er in einer Mitteilung schreibt. Auch die Post würdigt das Jubiläum mit einer Sondermarke. Sie zeigt Klexx, den Hund der Titelfigur, und ist ab dem 5. November in den Poststellen erhältlich.

Die erste Ausgabe erschien im November 1951, herausgegeben von Hans-Rudolf Hug. Seine Idee: Apotheken, Metzgereien und andere Geschäfte kaufen die Hefte beim Verlag und verschenken sie an die Kinder. So binden sie die Eltern als Kundschaft an sich. Leicht war der Start nicht: In den Anfangsjahren kamen die Verkäufer im Aussendienst kaum voran. Also ging Hug selbst los und warb an einem einzigen Tag acht neue Geschäfte, wie seine Enkelin Julia Hug im Februar dem Tages-Anzeiger erzählte.

Heute erscheint Junior monatlich in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich. Nach Verlagsangaben liegt die Auflage bei über 700'000 Exemplaren, davon laut der Post rund 170'000 in der Schweiz. Ihren Höchststand erreichte sie 1995 mit 1,45 Millionen. Als Herausforderung nannte Julia Hug gegenüber der Zeitung, dass Einkaufsketten kleinere Geschäfte wie Metzgereien verdrängen. Neue Abnehmer sucht der Verlag unter anderem bei Kinderkrippen und im Onlinehandel.

Bekannt wurde das Heft auch durch Papa Moll. 1952 entwarf die Badener Zeichnerin Edith Oppenheim-Jonas die Comicfamilie für Junior. Die Anregung kam laut Verlag von Hans-Rudolf Hug, den Auftrag erteilte Pro Juventute, als Schweizer Alternative zu ausländischen Comics.

1967 kam Junior erstmals in Deutschland heraus, 1971 übernahm Piero Hug die Verlagsleitung. Seit 2010 führen seine Tochter Julia Hug und ihr Ehemann James Rymer Hug den Verlag. «Ich bin selbst mit Junior aufgewachsen und habe die Zeitschrift als Kind gelesen», lässt sich Julia Hug in der Mitteilung zitieren. Nach Angaben des Verlags schicken Kinder bis heute in grosser Zahl Zeichnungen, Briefe und Rätsellösungen ein. 2015 übernahm der Verlag zudem die Kinderzeitschriften Maky und Rataplan. (pd/nil)