Graubünden bekommt italienischsprachiges Regionaljournal

Rete Uno - Kanton zieht Aufsichtsbeschwerde gegen RSI zurück.

Das italienischsprachige Radio und Fernsehen RSI und der Kanton Graubünden haben sich nach jahrelangen Querelen über die Berichterstattung aus Graubünden geeinigt. RSI schafft für den Alpenkanton im Radio ein Regionaljournal in italienischer Sprache. Der UKW-Sender Rete Uno wird von Montag bis Freitag am Abend in einer fünf bis zehn Minuten langen Sendung über das Geschehen im Kanton berichten, wie RSI- Direktor Dino Balestra am Mittwoch in Chur erklärte. Das neue Nachrichtenjournal wendet sich ab kommendem Februar an die rund 20'000 italienischsprachigen Bündner und wird nur im Kantonsgebiet ausgestrahlt.

RSI stockt das Redaktorenteam für Graubünden von vier auf maximal 6,5 Vollzeitstellen auf. Damit erfüllt der Sender die seit langem gestellte Forderung des Kantons, Italienischbünden verstärkt über die Aktualität aus ganz Graubünden zu informieren. Im Gegenzug lasse der Kanton eine im September 2009 beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) eingereichte Aufsichtsbeschwerde fallen, sagte Regierungsrat Claudio Lardi. Graubünden monierte, RSI erfülle seinen Konzessionsauftrag nicht, da es die italienischsprachigen Bündner ungenügend informiere.

Die Einigung zwischen RSI und Kanton gelang erst, nachdem BAKOM-Direktor Martin Dumermuth die Leitung der Verhandlungen zwischen den Parteien übernommen hatte. Bundesrätin Doris Leuthard erteilte am 3. November die Bewilligung für das neue Regionaljournal.