Graziella Luggen kandidiert für den Vorstand

Republik - Project R schlägt die frühere Leiterin des SRF-Digitalangebots als Nachfolgerin von Nina Scheu vor. Über die Wahl entscheiden die Mitglieder bis am 22. November. Gleichzeitig legt das Onlinemagazin seine Zahlen vor.

Graziella Luggen stellt sich in der Urabstimmung zur Ergänzungswahl. Wird sie gewählt, zieht sie auch in den Verwaltungsrat der Republik AG ein. Die Genossenschaft hält 46,4 Prozent der Aktien und ist damit die grösste Aktionärin.

Bei SRF hat Luggen digitale Produkte gestaltet, später das digitale Angebot geleitet und die digitale Strategie verantwortet. Danach führte sie die Crowdfunding-Plattform Wemakeit als Co-Geschäftsführerin durch eine von ihr selbst als «turbulent» bezeichnete Übergangsphase. Seit 2021 begleitet sie mit ihrer Firma Circle of Resonance Führungskräfte und Organisationen in Veränderungsprozessen. Als Grenze ihrer Kompetenz nennt sie das journalistische Handwerk.

Ihre Pläne für das Gremium formuliert Luggen in einem Newsletter an die Verlegerschaft, wie die Republik ihre Genossenschaftsmitglieder nennt. Das Potenzial der Genossenschaft sei «bei weitem nicht ausgeschöpft». Mit Rat, Vorstand und AG wolle sie Formen der Zusammenarbeit entwickeln, in denen die Mitglieder mitgestalten. Gleichzeitig hält sie fest: «Ideen gibt es viele, Geld und Personal nicht.»

Abschied nach drei Jahren im Vorstand

Nina Scheu gehörte ab 2018 dem ersten Genossenschaftsrat an. Im Sommer 2023 wechselte sie mit zwei Ratskollegen in den Vorstand, um die damals beschlossene Gesamterneuerung des strategischen Gremiums zu ermöglichen. Gründe für ihren Abschied nennt der Newsletter nicht.

Gewinn tiefer, Eigenkapital negativ

Die Wahl ist eine von sechs Vorlagen der zehnten Urabstimmung, die seit Freitag läuft. Abgestimmt wird auch über die Konzernrechnung und den Mitgliederbeitrag. 

Der konsolidierte Gewinn beträgt rund 344'000 Franken. Er liegt damit trotz deutlich höherem Umsatz unter dem Vorjahreswert. Das Eigenkapital bleibt mit minus 1,3 Millionen Franken negativ, gedeckt durch Darlehen mit Rangrücktritt von rund 2,3 Millionen Franken.

Netto gewann die Republik 5268 zahlende Leserinnen und Leser hinzu. Das sind mehr als doppelt so viele wie im achten Geschäftsjahr. Eine Gesamtzahl wird nicht genannt. Die Erneuerungsrate stieg von durchschnittlich 82 auf über 83 Prozent. (pd/cbe)