Grosser Verlierer im Poker um Fussballrechte.

Premiere - Bundesliga-Spiele weiterhin in der Sportschau

Die Fans der deutschen Fussball-Bundesliga können auch in den kommenden drei Jahren die Zusammenfassung der Spiele am Samstag in der Sportschau der ARD sehen. Grosser Verlierer im Poker um die Übertragungsrechte ist Premiere.

Die Deutsche Fussball Liga (DFL) vergab die wichtigsten Rechte für die Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen an die ARD sowie im Pay-TV an ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern. Bislang hatte der Bezahlsender Premiere die Bundesliga-Spiele am Samstagnachmittag direkt übertragen.

Pro Saison fliessen insgesamt 420 Mio. Euro an die Liga statt wie bisher 300 Millionen. Da die Rechte für die drei kommenden Spielzeiten zusammen vergeben wurden, beläuft sich der Deal total auf 1,26 Mrd. Euro.

Längere Exklusivität gefordert

Premiere machte zwar das beste Einzelangebot und offerierte laut Medienberichten pro Saison mehr als 250 Mio. Euro. Der Bezahlsender drängte aber darauf, dass die Spielzusammenfassungen erst ab 22.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden dürfen.

Dieser Bedingung wollte die DFL allerdings nicht entsprechen. Die Sportschau sei gut für die Sponsoren der Bundesliga, sagte DFL- Geschäftsführer Christian Seifert. Die Vergabe der Rechte sei jedoch eine "Summe unternehmerischer Entscheidungen". Die ARD darf die Zusammenfassungen aber erst um 18.30 Uhr und damit eine halbe Stunde später als bisher senden.

Premiere-Aktie im freien Fall

Premiere brach an der Börse ein: Nach Bekanntwerden der DFL- Entscheidung stürzte der Aktienkurs am Nachmittag um 38 Prozent auf das Rekordtief von 14,50 Euro. Die Bundesliga-Übertragungen waren einer der wichtigsten Ertragspfeiler von Premiere. Im Februar will der Sender eine neue mittelfristige Prognose veröffentlichen.

Die Entscheidung belastete auch die Aktie des Westschweizer TV- Verschlüsselungsanbieters Kudelski, der Premiere beliefert. Der Titel notierte am Nachmittag noch 1,9 Prozent im Plus, nachdem er am Morgen noch gut 4 Prozent gewonnen hatte.