Deutsche Verlage hoffen auf einen Anstoss ihrer Geschäfte durch die Fussball-WM 2006 in Deutschland. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) heute, Freitag, berichtet, herrscht bei deutschen Verlagen eine Fussball-Euphorie, die eine Gründerwelle bei Sportzeitungen und Magazinen zur Folge hat. So will der Inhaber des Berliner Internetportals Eurostream Dirk Makritzki eine bundesweite Sportzeitung auf den Markt bringen. "Fast alle grossen deutschen Zeitungsverlage haben ein Konzept für eine Sportzeitung in der Schublade", zitiert die FTD Makritzki. Ob die Realisierung dieser Konzepte Erfolg versprechend ist, bleibt jedoch fraglich.
Der Erfolg eines täglichen Sporttitels käme einem "Umbruch in der deutschen Presselandschaft" gleich, so die FTD. In Deutschland dominieren die Sportpublikationen "Sport Bild" des Springer-Verlages (wöchentlich) und "Kicker" aus dem Olympia-Verlag (zweiwöchentlich) den Markt. Eine tägliche Sportzeitung habe Springer bereits 2004 auf Eis gelegt, weil sie den eigenen Blättern Leser wegnimmt.
Mit Blick auf die Fussball-WM planen nun andere wie Makritzki diese Marktnische zu besetzen. Neben dem Plan von Makritzki, den ehemaligen DDR-Titel "Sportecho" wieder zu beleben, plane der Hamburger b&d Verlag ein Fussballmagazin namens "Player", der Olympia-Verlag das Magazin "Rund" und das Verlagshaus Bauer die Supplement-Zeitschrift "Fussball-Fieber".
Die Marktdaten der Medienforscher sprechen eigentlich gegen neue Sporttitel. Das Interesse an Sport nimmt zwar zu, und der Umfang der Sportberichterstattung in Tageszeitungen ebenso. Aber Sportzeitungen mussten laut Nielsen Media Research im ersten Quartal 2005 einen Rückgang der Bruttowerbeeinnahmen von 1.6 Prozent verbuchen und auch die Auflagen der Sporttitel sinken.