"Habseligkeiten" schönstes deutsches Wort

Jury - "Charme der Begründung" als Wahlkriterium.

Das "schönste deutsche Wort" ist "Habseligkeiten": Der Begriff wurde samt Begründung zum Gewinner des Internationalen Wettbewerbs "Das schönste deutsche Wort" gekürt. Das teilte der Deutsche Sprachrat am Sonntag mit. In der Jury sassen unter anderem Jutta Limbach, die Präsidentin des Goethe-Instituts und Vorsitzende des Deutschen Sprachrats, der Sänger Herbert Grönemeyer, Autor Uwe Timm und Filmregisseur Joseph Vilsmaier. Auf den zweiten Platz wurde das Wort "Geborgenheit" gewählt. Das Wort "lieben" errang Platz drei.

Gegensatz zwischen Haben und Seligkeit

Den Ausschlag für die Platzierung gab nicht die Anzahl der Vorschläge, sondern allein "der Charme der Begründung". Am besten gelang dies nach Ansicht der Juroren Doris Kalka aus Tübingen. Sie hatte sich für "Habseligkeiten" entschieden, weil es den Gegensatz des menschlichen Strebens nach Besitz mit dem "unerreichbaren Ziel" der Seligkeit vereine.

Der zweitplatzierte Vorschlag "Geborgenheit" kam aus dem Ausland. "In meiner Sprache kann man die Gefühle der Geborgenheit nicht in Worte fassen. Das macht aus diesem Wort mein Lieblingswort der deutschen Sprache", sagte Einsenderin Annamaria Musakova aus der Slowakei. Gloria Bosch aus Palma de Mallorca überzeugte mit ihrer Begründung für das Verb "lieben", "das nur ein 'i' vom Leben entfernt ist" und erreichte Rang drei. Platz vier belegte der "Augenblick" mit der Begründung von Sabine Brenner aus der Schweiz: Das Wort sei "um eine subversive Idee zu lang für das, was es besagt" und klinge "so viel sinnlicher als ein 'Moment'".

Am coolsten: 'Rhabarbermarmelade'

Zum "coolsten deutschen Wort" wurde "Rhabarbermarmelade", eingereicht von Frank Niedermeyer, gewählt. Er meinte: "Und welches Wohlgefühl umfällt mich, wenn ich Sonntagmorgens zu meinem Schatz sagen kann: 'Barbara, reich mir doch bitte die Rhabarbermarmelade.'" Im Wettbewerb um "Das schönste Wort der Kinder" siegte die "Libelle". Für den zehnjährigen Sylwan Wiese aus Köln "flutscht" das Wort auf der Zunge.