Halbamtliche Agentur kritisiert mangelnde Pressefreiheit

Iran - Neu müssen Quellen stets offengelegt werden.

Der Chefredaktor der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr hat der Regierung in Teheran vorgeworfen, die Pressefreiheit zunehmend zu beschneiden. "Der freie Informationsfluss wird Tag für Tag mehr eingeschränkt", kritisierte Resa Mokadessi. Ein Beispiel dafür sei die jüngste Anordnung des Kulturministeriums, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur Fars.

Danach müssen Nachrichtenagenturen künftig ihre Quellen stets offenlegen und dürfen nicht länger anonyme Beamte als Informationsgeber nennen. Es sei manchmal unverzichtbar, die Quellen nicht preiszugeben, kritisierte Mokadessi. Seit den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 müssen iranische und ausländische Medien mit zunehmenden Beschränkungen leben.

Mehreren einheimischen Journalisten wurde die Ausübung ihres Berufes verboten, andere wurden unter Vorwänden inhaftiert. Der Zugang zu Zeitungen und Internetseiten der Opposition wird beschränkt. (sda)