Handel mit News erlaubt

Radiokonzessionen - Übernahme von fremdproduzierten Nachrichten bei Radios üblich.

Der Zürcher Lokalradiosender "Radio 105" sendet stündliche Nachrichten, die von Radio Energy Zürich produziert werden. Laut dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ist dieses Vorgehen in der Branche durchaus üblich und verstösst nicht gegen die erteilte Konzession. "Radio 105" habe schon im Konzessionsgesuch vermerkt, dass der Sender seine Nachrichten nicht selbst produziere, sagte Bettina Nyffeler, Medienspezialistin beim Bakom, am Dienstag zu einem Artikel der Pendlerzeitung "20 Minuten".

Die Nachrichten von "Radio 105" würden zwar von Energy Zürich produziert, seien im Übrigen aber nicht identisch, sagte "Radio 105"-Geschäftsführer Giuseppe Scaglione gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zur halben Stunde sende "Radio 105" eigene Nachrichten.

Auch andere Sender produzieren nicht selbst

Andere Lokalsender wie das Schaffhauser "Radio Munot" oder "Radio BeO" aus dem Berner Oberland hätten ihre nationalen Nachrichten früher ebenfalls extern machen lassen, ergänzte Bettina Nyffeler vom Bakom. Zudem gelte für "Radio 105" nicht der gleiche Programmauftrag wie für andere Radios, die ihr Konzept auf Information ausgerichtet hätten, betonte Nyffeler. "Radio 105" sei als Jugendsender positioniert und müsste "im Prinzip gar keine nationalen Nachrichten senden".

Wichtiger seien dagegen Beiträge, die auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten seien, etwa tägliche Magazine oder Hintergrundsendungen wie ein wöchentlicher Talk zu regionalen Brennpunkten, betonte Nyffeler. (sda)