Gemäss einem Medien-Bericht wollen Sie U1 nach nur zwei Jahren bereits wieder verkaufen. Warum?
Das stimmt so nicht ganz, es ging beim Gespräch mit der Presse wohl alles ein bisschen schnell: Ich selber war in einer Besprechung, und der Journalist möglicherweise unter Druck, da ist das dann falsch rübergekommen. Eigentlich geht es um Verwaltungsangelegenheiten. Richtig ist, dass ich mich mehr mit TV.München beschäftige, währenddem die Kollegen stärker mit Zürich befasst sind. Mit einem Verkauf hat das nichts zu tun.
Beim Aufbau des länderübergreifenden Sendernetzes setzte man auf Synergieeffekte. Ist der Verkauf eines einzelnen Senders heute denkbar?
Nein, das wäre genau wegen dieser Synergieeffekte unlogisch. Für unsere Chancen im Werbemarkt ist es wichtig, dass wir den Kunden drei Grossstädte anbieten können -- und nicht beispielsweise nur Zürich.
Sehen Sie sich das Programm von U1 an? Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen des Senders?
Bei U1 geht es jetzt frisch los, und ich verfolge sehr genau, was gemacht wird. Wir wissen, dass Verbesserungspotential besteht, und darin liegt auch unsere Chance. Man startet eben auf tiefem Niveau. Wenn das Programm dann besser wird und mehr Werbung kommt, erreicht man auch den Break-Even.
Wieviel Zeit geben Sie U1 bis zu diesem Break-Even?
Schwierige Frage, man muss eine Gesamtbeurteilung mit den anderen Sendern machen. Jede Firma braucht drei bis vier Jahre, bis sie schwarz schreibt, das gilt auch für Medien. Die Aufbauarbeit ist zwar mühsam, macht aber auch Spass.
Nach diesen drei bis vier Jahren vergeht der Spass dann aber?
(Lacht) Das weiss ich nicht.
Wann werden Sie denn verkaufen?
Wir könnten uns einen Verkauf vorstellen, aber erst nach dem Break-Even und bei guter Performance.
War der Kauf von Fernsehsendern für Sie je mehr als ein Investment?
Es gibt die Investorensicht. Ausserdem sind unabhängige Medien wichtig für die Demokratie.
Ihr Interesse an den Medien ist unseres Wissens eher neueren Datums...
Wir haben mit Peter Kölbel einen sehr profunden Berater, der ist solide und macht seine Sache gut. Das gilt auch für U1-Geschäftsführer Thomas Sadecky in Zürich.