PubliGoupe-Generaldirektor Hans-Peter Rohner präsentierte an der Dreikönigstagung 2004 "Aktuelle Trends in den internationalen Märkten". Drei globale Herausforderung für die Zeitungsindustrie sieht Rohner in seiner Analyse. Erstens der Umstand, dass die Konjunktur vermehrt von kurzfristigen Ausschlägen geprägt sei. So wirkten sich etwa Veränderungen des BIP überproportional auf den Publicitas-Index aus. Auch nehme der Einfluss globaler Ereignisse zu und regionale Unterschiede würden grösser.
Zum Zweiten stehe das Inserat in einem sich verschärfenden Wettbewerb mit anderen Werbeformen wie beispielsweise Sponsoring, Direkt-Werbung oder Internet. Immerhin glaubt der PubliGoupe-Generaldirektor, 50 bis 80 Prozent des in den letzten Jahren verlorenen Umsatzes könnten zurückgewonnen werden. Der Wettbewerb werde sich aber verschärfen, was intra- und intermedial zu Veränderungen mit Gewinnern und Verlierern führen werde.
Als dritte Herausforderung sieht Rohner das veränderte Mediennutzungsverhalten. Die Mobilität gewinne an Bedeutung, die Zeit für die Mediennutzung schrumpfe und geregelte Tagesabläufe würden seltener. Darauf müsse das Angebot reagieren.
Trotz dieser Herausforderungen waren 2002 85 Prozent aller Zeitungsverlage weltweit profitabel, was Rohner zur Beobachtung veranlasst: "Managing makes the difference." Gut geführte Unternehmen schrieben Gewinne.
Konkret müsse die Zeitungsindustrie ihren hohen Fixkostenanteil schneller an Veränderungen bei Konjunktur, Inseraten und Leser anpassen können. Die Lösung sei daher eine Flexibilisierung der Kosten. Sie müsse kreativ und überall stattfinden. Unter anderem seien Löhne ab beispielsweise jährlich 140'000 Franken pro Jahr zu mindestens einem Viertel von der Erreichung von Budgetzielen abhängig zu machen. Die Kostenflexibilität sei die grösste Herausforderung der nächsten Jahre, so Hans-Peter Rohner abschliessend.