Der eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür hat Google das Fürchten gelehrt und äussert sich im Montagsinterview der "az" auch zu Apple unmissverständlich: "Wieso speichert dieses Unternehmen Daten, die es gar nicht nutzen will?" Er verwendet in diesem Zusammenhang gar den Begriff Schlitzohrigkeit. Er kann sich nicht vorstellen, dass führende multinationale IT-Firmen bezüglich Persönlichkeitsschutz schlampen.
Allerdings haben für ihn die Unternehmen Glaubwürdigkeit eingebüsst: "Es fällt schwer zu glauben, dass multinationale Unternehmen, die im IT-Bereich führend sind, in einem solch zentralen Bereich schlampen. Ihre Geschäftsmodelle basieren auf dem Prinzip: 'Produkt gegen Daten'. Die Möglichkeit ist schon gross, dass diese Unternehmen bewusst Produkte mit lückenhaftem Datenschutz auf den Markt bringen. Und falls jemand protestiert, ändert man die Produkte halt wieder. Ich finde: Ein Unternehmen mit datenschutzrechtlich sensiblen Produkten darf diese nur geprüft auf den Markt bringen."
Darum plädiert er für eine Verschärfung der Gesetze. Thür erklärt sich die Gleichgültigkeit der meisten Bürger gegenüber der Datensammlerei mit den Worten: "Beim Datenschutz fehlen die greifbaren und erlebten Beispiele, die an die Niere gehen." Aber die Skandale nähmen zu, meint er: "Bei Sony sind Millionen von Kreditkartennummern in fremde Hände geraten." Solche Fälle änderten das Bewusstsein der Menschen.