Harte Attacke gegen das Schweizer Fernsehen

Weltwoche - Chefredaktor Roger Köppel ortet "Staatsgläubigkeit".

Die "Weltwoche" fährt in ihrer aktuellen Ausgabe mit hartem Geschütz gegen das Schweizer Fernsehen auf. Unter dem Titel "Megafon der Staatsmacht" kritisiert Weltwoche-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel die SRG. Der Staatssender, so Köppel in seiner Titelstory,  sei "ein verlässliches Sprachrohr der politischen Klasse" geworden und widerspräche ihren eigenen Leitlinien, nach welchen sie "sachgerecht", "vielfältig" und "unabhängig" zu berichten hätten.

Seine These untermauert Köppel mit der Berichterstattung über Margaret Thatchers Tod. So bezeichnete er den Nachruf des "Echo"-Korrespondenten als "giftig". Im Visier hat Köppel aber vor allem die "Rundschau" und deren Moderator Sandro Brotz, der bei den einen Gästen "spanische Inquisition" betreibe (Mörgeli), andere – wie Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf - "auf den Knien" interviewe. Köppels Fazit: "SRF ist ein weltanschaulich durchtränktes Gebilde, das nur oberflächlich vorgibt, neutral und objektiv zu sein." (ma).