Seit letzter Woche sucht Schweizer Fernsehen und Radio (SRF) einen "Bereichsleiter News online". Die Abteilung umfasst laut SRG-Sprecherin Andrea Hemmi derzeit 30 Vollzeitstellen. Die vakante Position kommt der eines Chefredaktors gleich, ist laut SRG-Sprecherin Andrea Hemmi aber den Chefredaktoren von Radio und TV untergeordnet. Die SRG geht damit auf Konfrontationskurs gegen die privaten Medien. Hanspeter Lebrument, Präsident des Schweizer Verlegerverbandes, tobt: "Der Aufbau einer eigenständigen Onlineabteilung ist ein Frontalangriff auf die Zeitungshäuser", sagt er gegenüber der "SonntagsZeitung". Er wirft der SRG "Verfassungs- und Gesetzesverstoss" vor. Laut Andrea Hemmi entsprechen die SRG-Netzpläne den Konzessionsvorgaben.
Der Zürcher FDP-Nationalrat und ehemalige SF-Chefredaktor Filippo Leutenegger hat am Freitag eine Motion eingereicht; er will vom Bundesrat endlich Klarheit: "Es geht um die Frage, welche Leistungen die Privaten ohne Subventionen im Netz erbringen können und sollen. Und welche subventioniert durch die SRG gedeckt werden müssen." In seinem Begehren, das der "SonntagsZeitung" vorliegt, heisst es: "Im Internet kommt es zunehmend zu einem Wettbewerb mit ungleichen Spiessen. Eine klare Definition des Service public ohne zusätzliche Marktverzerrung ist deshalb notwendig."