«Headhunter» fällt beim Publikumsrat durch

SRF - Trotzdem habe sich das Experiment, drei Comedy-Formate zu lancieren, gelohnt, urteilt das Gremium.

Das Comedy-Format «Headhunter», welches im letzten halben Jahr viermal vom Schweizer Fernsehen SRF ausgestrahlt wurde, ist beim Publikum nicht gut angekommen. «Müslüm TV» und «Deville» schnitten besser ab. Das Schweizer Fernsehen SRF hat seine Lehren daraus bereits gezogen.

Im Frühling hatten verschiedene junge Kreative die Chance erhalten, am Freitagabend um 23.45 Uhr ihr Comedy-Programm vorzustellen. Von den drei Formaten «Müslüm Television», «Deville» und «Headhunter» wurden jeweils vier Folgen ausgestrahlt - mit Option auf Verlängerung, falls das Gebotene beim Publikum ankommt.

Nun hat der Publikumsrat eine erste Bilanz publiziert. Das Experiment, drei Formate zu lancieren, habe sich gelohnt, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Die Shows seien sehr unterschiedlich und sprächen verschiedene Unterhaltungsbedürfnisse und Menschen an. Vor allem «Müslüm Television» und «Deville» dürfte bei einem jüngeren und urbaneren Publikum Anklang finden, schreibt der Publikumsrat. Er wünscht sich denn auch eine Weiterentwicklung dieser beiden Formate.

«Headhunter» dagegen habe nicht überzeugen können. Wichtig sei einfach, dass SRF der Schweizer Comedy-Szene eine Plattform biete.

SRF setzt auf neues Format

Positiv beurteilt der Publikumsrat auch, dass die Sendungen vor ihrer Ausstrahlung am Freitagabend bereits im Internet gezeigt wurden. Die Web-First-Ausstrahlung - und auch die Verbreitung über Youtube - orientiere sich an den Bedürfnissen einer jüngeren Zielgruppe, heisst es weiter.

Beim SRF hat man bei der internen Beurteilung die gleichen Schlüsse gezogen. Von «Müslüm Television» und «Deville» wird im Herbst die zweite Staffel gestartet - in einer weiterentwickelten Form. Der Sendeplatz am Freitagabend eigne sich dafür, zu experimentieren und Formate zu testen, heisst es in einer Mitteilung von SRF.

Total überarbeitet und umbenannt wurde hingegen «Headhunter». Die neue Sendung heisst «Querdenker» - Smart Late Night mit Michael Gammenthaler. Beim Format nicht mehr dabei ist Anet Corti. Die neue Sendung beinhaltet vermehrt Late-Night-Elemente und jeweils einen prominenten Mitdenker, wie SRF mitteilte.

«Mit dieser Sendung starten die neuen Staffeln am 30. September», sagte Eva Wismer, SRF-Sprecherin Unterhaltung, gegenüber der sda.

Kein Ersatz für Giacobbo/Müller

Von den drei Formaten werden nun bis Ende Jahr wieder jeweils vier bis fünf Folgen ausgestrahlt. «Wie es 2017 mit der Comedy-Schiene am Freitagabend weitergeht, wird sich zeigen», sagte Wismer. Man werde die neuen Folgen wieder analysieren und dann entscheiden.

So wird auch keine der neuen Sendungen auf das neue Jahr hin am Sonntagabend die Satiresendung Giacobbo/Müller ersetzen. «Diese drei Comedy-Formate waren schon geplant, bevor das Ende von 'Giacobbo/Müller' bekannt wurde», sagte Wismer. (sda)