"Helden der Pressefreiheit" gewürdigt

Reporter ohne Grenzen - Liste mit 100 Medienleuten vorgestellt.

Zum Welttag der Pressefreiheit an diesem Samstag hat "Reporter ohne Grenzen" (ROG) den Einsatz von Journalisten und Bloggern für den ungehinderten Zugang zu Information gewürdigt. Die Organisation stellte am Dienstag in Berlin eine Liste mit 100 "Helden der Pressefreiheit" vor - Medienleute, die sich oft unter grossen Risiken der Zensur und Verfolgung aussetzten.

In der Liste stehen unter anderem die Journalisten Glenn Greenwald und Laura Poitras, die die Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden mit ins Rollen gebracht haben, sowie WikiLeaks-Gründer Julian Assange.

Vor allem in Krisenregionen, etwa in der arabischen Welt, in Nahost, sowie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, ist kritischer Journalismus oft mit erheblichen Gefahren für die Reporter verbunden (persoenlich.com berichtete), berichtet die Organisation.

Zu den verfolgten Journalisten gehört Ismail Saymaz, der für die türkische Zeitung "Radikal" unter anderem über den Geheimbund Ergenekon und die Unterwanderung von Polizei und Justiz durch die Gülen-Bewegung geschrieben hat. Saymaz wurde bisher 20 Mal angeklagt, Todesdrohungen von ultrarechten Nationalisten gehörten zu seinem Alltag. Auch Sergei Leschtschenko aus der Ukraine zählt zu den "Helden". Der stellvertretende Chefredakteur der Internet-Zeitung "Ukrainskaja Prawda" hat Korruptionsfälle in der Elite des Landes enthüllt.

Wichtiger Beitrag für Gesellschaft 
"Diese Journalisten riskieren zum Teil ihr Leben, um Korruption anzuprangern oder kritische Medien zu betreiben", erklärte ROG Vorstandssprecherin Astrid Frohloff. Gerade in repressiven Staaten leisteten sie einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Liste weist auch auf das Schicksal von Anabel Hernández aus Mexiko hin. Die Autorin eines Bestsellers über den Drogenkrieg in Mexiko lebt seit vier Jahren unter Polizeischutz, nachdem sie die Zusammenarbeit von Politikern, Militärs und Drogenbossen enthüllte.

In Gefahr lebt auch der Italiener Giuseppe Maniaci, der von seinem Appartement in einem Vorort von Palermo aus einen TV-Sender gegen die Mafia betreibt. Der einstige Bauunternehmer hatte sich vor Gericht das Recht erkämpft, als Journalist anerkannt zu werden. Zwei Stunden täglich berichtet er über Morde und Erpressungen und wird deswegen immer wieder bedroht und mit Prozessen überzogen. (sda)