"Herr Edelmann, sind Sie für den Kampf um die regionale Vorherrschaft gewappnet?"

- Der Kampf um die regionale Vorherrschaft im Zeitungsmarkt der Region Zürich geht in die nächste Runde: Nachdem Tamedia vergangene Woche eine Kooperation mit dem Landboten bekannt gegeben hatte, hat sich nun die Zürcher Oberland Medien AG (ZO) für eine Beteiligung der NZZ ausgesprochen. Mit diesem Schritt will die Regionalzeitung ihre Unabhängigkeit bewahren. "persoenlich.com" sprach mit ZO-Geschäftsleiter Peter Edelmann über die Hintergründe des Deals. Das Interview:

Sie haben sich für eine Zusammenarbeit mit der NZZ entschieden. Was war der Auslöser dafür, dass Sie zumindest teilweise Ihre Eigenständigkeit aufgeben?

Uns war nicht klar, was die Vermögensverwaltung AKP mit dem Kauf zusätzlicher Aktienpakete vorhatte. Um sicherzustellen, dass wir die Kontrolle über die Zürcher Oberland Medien AG behalten, haben wir die Aktien nicht eingetragen und vielmehr den Aktienverkäufern den Rückkauf angeboten.

Hat Tamedia versucht, Aktien der ZO zu erwerben?

Nicht direkt. Aber wir wussten, dass der Konzern mit der AKP im Gespräch war. Unsere Sorge war, dass Tamedia so zu einer Beteiligung kommt.

Warum erhielt die NZZ den Vorzug?

Bei der NZZ können wir sicher sein, dass sie unsere Strategie stützt und die Unabhängigkeit der Landzeitungen nicht angegriffen wird.

Tamedia kann dies nicht garantieren?

Bei Tamedia waren wir in der Tat nicht sicher, ob unsere Unabhängigkeit gewährleistet ist. Dies zeigen auch die Handlungen des Konzerns in der jüngsten Vergangenheit: So haben wir Regionalzeitungen seine Absicht, am linken Seeufer einen eigenen Regionalsplit herauszugeben, als Angriff verstanden.

Wie wird nun die Zusammenarbeit mit der NZZ konkret aussehen?

Kurzfristig werden wir kaum direkte Synergien nutzen können. Eine Zusammenarbeit mit der ZürichseeZeitung und dem Zürcher Unterländer -- beides Regionalzeitungen, an welchen die NZZ beteiligt ist -- besteht überdies schon: Die Inserateakquisition und Logistik betreiben wir gemeinsam. Künftig soll dieser Verbund noch ausgedehnt werden. Ebenso wollen wir im redaktionellen Bereich miteinander kooperieren.

Welche Reaktion erwarten Sie von Tamedia?

Denkbar ist, dass Tamedia früher oder später auch in unserem Gebiet mit einer eigenen Splitausgabe erscheinen wird. Da sie jedoch gegenwärtig mit dem Aufbau eines Regionalteils am rechten Zürichseeufer beschäftigt ist, rechne ich nicht damit, dass dies schon bald geschehen wird.

Ist die ZO somit für den Kampf um die regionale Vorherrschaft gewappnet?

Ich denke schon. Wir haben eine starke Verankerung in unserem Stammgebiet. Und die Lancierung eines neuen, erfolgreichen Produkts in der Region wäre mit einem sehr grossen Aufwand verbunden. Das weiss auch Tamedia.

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