Was sind die Gründe für den Umbau von Tele?
Wir sprechen hier nicht von einem Umbau, sondern einer inhaltlichen Weiterentwicklung. Marktanalysen haben klar gezeigt, dass die heutige Positionierung von Tele vom Markt nicht goutiert wird. Vor allem beim Mantelteil zeigen sich Schwächen, die wir beheben wollen. Tele soll in erster Linie für TV- und Kinoberichterstattung stehen. Hier wollen wir unsere Stärken und unser Know-how besser ausspielen.
Warum ist die Positionierung als Medien-Magazin fehlgeschlagen?
Warum kaufen Sie eine Programmzeitschrift? Weil Sie Informationen zum Thema Fernsehen suchen. Natürlich werden wir weiterhin eine breite Themenpalette bieten -- zentrale Themen werden jedoch ganz klar Fernsehen und Kino sein. Ebenfalls gestärkt werden soll der Schweizer Approach...
...wo Ihnen Ihr Konkurrent TR7 in letzter Zeit stark das Wasser abgegraben hat.
Da muss ich Ihnen leider Recht geben: Wir haben den Schweizer Markt tatsächlich vernachlässigt.
Sie reagieren also auch auf die Erstarkung von TR7?
Wir nehmen TR7 sehr ernst, das stimmt. Der Titel weist zur Zeit eine positive Auflagenentwicklung aus. Die Redaktion macht da eine sehr intelligente Arbeit, die wir uns genau angesehen haben. -- Unsere Frage lautete aber in erster Linie: "Was wollen die Leser?". Wir sehen unsere Stärke klar in der gezielten Berichterstattung zu TV und Kino. Hier wollen wir ansetzen. Und hier wollen wir auch unsere ausländische Konkurrenz ausbooten, die den Schweizbezug schlicht und einfach nicht bieten kann. Tele will sich wieder als DIE klassische Schweizer Programmzeitschrift positionieren.
Abgebaut werden 8.1 Stellen oder 13 Mitarbeiter -- wie setzen sich diese zusammen?
Wir werden vom Redaktor bis hin zum Grafiker Personal einsparen. Unsere Analysen haben gezeigt, dass die Redaktion zu gross war -- so gesehen haben wir jetzt nur ein Versäumnis der Vergangenheit nachgeholt.
Die Programmspalten von Tele werden heute bereits pfannenfertig von einer polnischen Firma angeliefert -- wird diese Zusammenarbeit jetzt verstärkt?
Es ist tatsächlich so, dass wir uns draussen im Markt umsehen, zumal die Preise immer aggressiver nach unten angepasst werden. Ob und inwieweit ein weiteres Outsourcing möglich ist, wird sich in den kommenden Wochen weisen.
Welches waren Ihre Überlegungen für den Kauf von TV vier?
Wir wollen neben Tele ganz klar auch den tiefstpreisigen Markt abdecken. Als Vorbild kann ich die strategische Ausrichtung von Bauer in Deutschland nennen. TV vier ist mit einer Auflage von 60'000 Exemplaren ein Faktor am Schweizer Markt. Und mit null journalistischem Aufwand sehr erfolgreich. Man kann das nun mögen oder nicht, aber es passt gut in unsere Portfolio an TV-Programmheften.
Wieviel haben Sie gezahlt?
Ein gute Frage. Aber erwarten Sie keine Antwort (lacht).
Sehr viel kann es ja nicht gewesen sein, dürfte der Verkäufer über zusätzliche Mittel doch nicht unglücklich sein.
Wie gesagt, erwarten Sie keine Antwort von mir.
Ihr weiteres Programmie TV täglich ist eine Kooperation mit der Tamedia und liegt diversen eigenen und fremden Titeln bei. Wann wird dieses durch TV vier ersetzt?
TV täglich in ein sehr erfolgreiches Joint Venture, das Tamedia und Ringier sehr viel Freude bereitet. Wir haben derzeit keine Absicht, daran etwas zu ändern.