Herr Utz, Sie waren der Wunschkandidat von Herrn Haldimann, in der Presse gelten Sie als der richtige Mann fürs "10vor10". Keine Angst, den hohen Erwartungen nicht gerecht zu werden?
Mit Angst sollte man nie an eine Aufgabe herantreten, aber ich habe selbstverständlich Respekt vor der neuen Herausforderung. Ich weiss, dass eine schwierige Aufgabe auf mich wartet und ich hoffe, den Ansprüchen gerecht werden zu können.
Was genau reizt Sie denn an Ihrer neuen Aufgabe?
"10vor10" ist eine sehr spannende Sendung, die sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Es geht darum, die wichtigsten News abzudecken. Die Sendung bietet aber auch die Möglichkeit, sämtliche Formate auszuprobieren -- Reportagen, Porträts, Features und natürlich Hintergrundberichte zur Aktualität. Das reizt mich.
Kritiker warfen ihrem Vorgänger Klaus Vieli vor, er biedere sich bei den Wirtschaftsmächtigen an. Wie wird "10vor10" unter dem Konsumentenschützer Hansjörg Utz über die Welt der Manager berichten?
Ich möchte nicht als Gegenpol zu Klaus Vieli auftreten. Was meinen Teil betrifft, vertrete ich einen kritischen, aber fairen Journalismus. "10vor10" muss zwingend nach allen Seiten kritisch sein. Jedoch mache ich ab Februar sicher keinen Kassensturz mehr. "10 vor 10" ist nicht der Kassensturz.
Ueli Haldimann forderte von Vieli mehr Relevanz. Wie wollen Sie die herstellen?
Ich glaube, dass ich als Person für eine gewisse Relevanz bei der Themenauswahl stehe. Dies heisst selbstverständlich nicht, dass wir nebst den wichtigsten News und den Hintergrundberichten nicht auch lockere Stoffe bringen werden.
Einerseits hat "10vor10" den Leistungsauftrag, über die wichtigsten Themen des Tages und deren Hintergründe zu berichten, andererseits war "10vor10" immer auch eine Boulevardsendung. Wie wollen sie diesen Spagat schaffen?
Für mich ist wichtig, dass der Zuschauer merkt, wie er die einzelnen Berichte und Formate zu werten hat. Dies sollte über die Gewichtung, die Länge, die Aufmachung, die Moderation und die Art und Weise, wie etwas erzählt wird, geschehen.
Werden sie die Redaktion nach der Pannenserie härter an die Kandare nehmen?
Darum geht es nicht. Ich werde mich einfach um die Kolleginnen und Kollegen kümmern und ihnen so gut als möglich eine Stütze sein.