Die negative Wirtschaftsentwicklung aufgrund der Finanzkrise zeigt auch bei Ringier Wirkung. Anhaltend sinkende Werbeeinnahmen veranlassen das Medienhaus zu verschiedenen Schritten. So wurden im Rahmen eines Effizienzsteigerungsprogrammes alle Ausgaben überprüft. Verschiedene Leistungen sollen nun gestrichen werden.
Auch ein Stellenabbau ist unvermeidlich. Dabei muss laut Ringier 16 Personen gekündigt werden und 6 Personen werden frühpensioniert. Sämtliche Massnahmen sollen es Ringier ermöglichen, in diesem wirtschaftlich turbulenten Umfeld am Markt weiterhin erfolgreich zu bleiben und Investitionen tätigen zu können.
Die 16 Kündigungen müssen in verschiedenen Bereichen bei Ringier Schweiz vorgenommen werden. Die betroffenen Personen wurden heute Vormittag informiert. Auch Redaktionen sind von Kündigungen betroffen. Detailliertere Angaben wollte Marco Castellaneta, Konzernsprecher Ringier AG, auf Anfrage von persoenlich.com nicht machen.
Wie Recherchen von "persoenlich.com" ergeben haben, trifft es vor allem auch den "Blick". Bei der Boulevardzeitung werden total acht Stellen gestrichen -- beim "Blick" sechs und beim "Blick Sport" zwei.
Gebot der Sorgfalt und der Verantwortung
Auch die Weltwoche Verlags AG sieht sich aufgrund der weltweiten Finanzkrise gezwungen, Stellen zu streichen. Um den unternehmerischen Erfolg und die Profitabilität des Unternehmens auch in einem schwieriger werdenden Umfeld sicher zu stellen, seien Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet worden, heisst es in einer Mitteilung. Dabei sei auch ein Personalabbau nicht zu vermeiden.
Chefredaktor Roger Köppel im Communiqué: "Kostensenkungen und Restrukturierungen sind für alle Firmen, die angesichts der Krise nicht auf Staatshilfe hoffen können, ein Gebot der Sorgfalt und der Verantwortung." Wieviele Arbeitsplätze bei der Weltwoche verloren gehen, ist der Mitteilung des Verlages nicht zu entnehmen.
Vor kurzem hat "persoenlich.com" in einem Interview Weltwoche-Verleger Roger Köppel nach den Auswirkungen der Finanzkrise auf sein Blatt gefragt. Seine damalige Antwort: "Leider kann ich dazu nicht sagen 'La crise n'existe pas'. Wir sind davon auch sehr betroffen. Derzeit haben wir noch keinen starken Inseraterückgang. Wir beobachten die Entwicklung mit grosser Sorge und müssen schauen, wie wir uns unternehmerisch positionieren wollen. Welche Massnahmen wir treffen, darüber kann ich noch nichts sagen." Nun ist der Entscheid also gefallen.
(Text: Stefan Wyss)