Die Schweizerische Lauterkeitskommission hat eine Beschwerde gegen Radio Basel abgewiesen. Im Fall geht es um ein Inserat von Radio Basel in der "Basler Zeitung", wonach Radio Basel im Februar und März 2011 über 100'000 Hörer in der Schweiz erreichte. Radio Basel zeige glaubhaft auf, dass die behaupteten Hörerzahlen basierend auf den gängigen Erhebungsmethoden faktisch korrekt sind. Dies teilt die Schweizerische Lauterkeitskommission den Beschwerdeparteien mit. Gegen das Inserat in der "Basler Zeitung" hatte Radio Basilisk bei der Lauterkeitskommission eine Beschwerde eingereicht.
Matthias Hagemann, VR-Präsident von Radio Basilisk, findet den Entscheid fragwürdig. Sein Kommentar gegenüber persoenlich.com: "Es ist bedauerlich, dass die Lauterkeitskommission in der Sache selbst gar nicht entschieden hat. Sie sagt in ihrer Begründung über den Umgang von Radio Basel mit den Hörerzahlen: "Ob diese Methoden repräsentativ sind und die definierten Intervalle angemessen sind, muss innerhalb der Branche geregelt werden. Eine lauterkeitsrechtliche Unrichtigkeit oder Irreführung ist damit noch nicht gegeben. Auch die Verletzung brancheninterner Agreements hat die Lauterkeitskommission nicht zu beurteilen." Das heisst, dass die Lauterkeitskommission sich um die eigentliche Rechtsfrage drückt. Das hat nun zur Konsequenz, dass beispielsweise Radio Basel im März 2011 behaupten kann, man habe (an einem bestimmten Tag irgendwann...) 100'000 Hörer, obwohl die wirklich repräsentativen Semesterzahlen der Publica Data für das erste Halbjahr 2011 gerade mal 74'000 Hörer ausweisen. Ein Verhalten, das geeignet ist, den Werbemarkt irrezuführen, wird von der Lauterkeitskommission also nicht bestraft. Ein schlechtes Signal." (pd/cb)