"Hogenkamp vergleicht Birnen mit Karotten"

Rüdi Steiner - "Cash daily"-CR zur Kritik des Blogwerk-Verlegers.

Ein am Mittwoch publiziertes Interview mit Peter Hogenkamp hat in der Redaktion von "Cash daily" Unmut ausgelöst. "Die Website von 'Cash daily' ist für mich ein Paradebeispiel dafür, wie man's nicht machen darf" urteilte der Blogwerk-Gründer. Chefredaktor Rüdi Steiner will diese Kritik nicht unbeantwortet stehen lassen: In einem Kurzinterview mit "persoenlich.com" entgegnet er den Argumenten Hogenkamps.

Herr Steiner, Blogwerk-Gründer Peter Hogenkamp bezeichnet den Internet-Auftritt von "Cash daily" als "Web 1.0 at its best". Was ärgert Sie an seiner Kritik?

Herr Hogenkamp vergleicht Birnen mit Karotten. Der Interauftritt von "Cash daily" ist Teil der Site cash.ch. Es ist die elektronische Ausgabe unserer Zeitung, die mit multimedialen Inhalten und Links angereichert ist. Mehr nicht. Wir haben auch nie etwas anderes behauptet. Sicher ist das Livepaper entwicklungsfähig. Zum Beipspiel dahingegend, dass einzelne Artikel an andere versendet werden können. Für uns ist es zunächst aber vor allem eine Vorbereitungshandlung für das elektronische Papier, das irgendwann in diesem Jahrzehnt auf den Markt kommen wird. Wir waren die ersten in der Schweiz, die das eingeführt haben. Inzwischen setzen Dutzende von Zeitungen darauf. Unsere Leser schätzen das Format übrigens sehr.

Nur registrierte User können die Inhalte von "Cash daily" online lesen. Um die Artikel lesen zu können, muss der User sich jedes Mal einloggen. Ist das nicht viel zu umständlich?

40'000 User haben sich bis heute registriert. So falsch können wir damit also nicht liegen. Einloggen müssen sie sich auch nicht jedes Mal. Das Passwort lässt sich auf dem PC speichern. Alle weiteren Informationen und Daten auf cash.ch sind frei zugänglich. Ich sehe das Problem nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt: Auf "Cash daily"-Artikel kann man nicht verlinken. Verschenken Sie damit nicht zusätzlichen Traffic?

Das stimmt. Aber auch hier werden wir uns entwicklen. Warten Sie es ab. Zahlreiche Artikel von "Cash daily" finden sich heute auch auf cash.ch. Und es werden in Zukunft noch mehr. Auf diese kann man durchaus verlinken.

Hogenkamp sagt im Interview selbstbewusst: "Diesen Monat wollen wir cash.ch überholen, was die Anzahl Unique Clients angeht." Wie ist es möglich, dass die Wirtschaftsplattform cash.ch nur unwesentlich mehr Unique Clients hat, als das aus bloss fünf Blogs bestehende Blogwerk?

Ich mag Herr Hogenkamp den Traffic gönnen. Wenn er uns damit überholt, na und. Ich vergleiche Special-Interest-Plattform aber nicht mit breiten Publikumssites. Zu diesen gehört letztendlich auch Blogwerk. Hier sehen die Welten dann auch breiter auch. "Blick" und "20 Minuten" zum Beispiel haben 1,5 Millionen Unique Clients, Blogwerk 170'000.

Sie sind also zufrieden mit den Nutzungszahlen von cash.ch?

Im letzten Jahr konnten wir die Nutzerschaft um 40 Prozent und den Umsatz um 80 Prozent steigern. Wir haben damit die Marktführerschaft gegenüber unserer Konkurrenz ausgebaut. 237'000 Unique Clients generierten im Dezember 1,7 Millionen Visits und über 14 Millionen Page Impressions. Gemessen an der Grösse der Schweiz entspricht dies im internationalen Vergleich einer unerreichten Marktdruchdringung. Wir haben also keinen Grund, unzufrieden zu sein.

Löst cash.ch ihrer Ansicht nach bereits seinen Anspruch ein, eine umfassende Multimedia-Plattform für das wirtschaftsinteressierte Publikum zu sein?

Ja. Wir spielen heute auf allen Kanälen. Wir können und wollen uns aber noch steigern. Wir haben auch Ideen, die wir im Laufe dieses Jahres umsetzen werden. Wir denken dabei durchaus an weiteren User Generated Content.

(Die Fragen wurden Rüdi Steiner schriftlich zugestellt. Bearbeitung: David Vonplon)