Die zweite paneuropäische Fernsehstudie von UPC wurde dieses Jahr erstmals in der Schweiz durchgeführt. Ins Auge stechen die hohe Glaubwürdigkeit, welche die Teilnehmenden dem öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen entgegen bringen sowie der europaweit niedrigste TV-Konsum.
Die zweite paneuropäische Studie von UPC / cablecom wurde 2005 in allen 14 europäischen Ländern durchgeführt, in denen UPC Fernseh- und Telekomdienstleistungen anbietet, erstmals auch in der Schweiz. Sie hat neben der Glaubwürdigkeit des Mediums Fernsehen ermittelt, ob das Alter auf das Fernsehverhalten einen Einfluss hat. Die Umfrage wurde von Research International koordiniert und unter mehr als 6'000 Konsumenten durchgeführt.
Keine TV-Junkies -- selektives Fernsehen im Vordergrund
Die Schweizer verzeichnen den niedrigsten TV-Konsum in ganz Europa. Nur 31 Prozent verbringen täglich mehr als zwei Stunden vor dem Fernseher, im Gegensatz zu den Franzosen (70 Prozent). Bemerkenswert ist, dass ältere Menschen sehr viel mehr fernsehen als jüngere: 37 Prozent der Schweizer über 50 sehen mehr als zwei Stunden am Tag fern. Bei den 16-29-Jährigen sind es nur 25 Prozent.
Lieblingssendungen haben Priorität und werden aufgezeichnet
Jede zweite Person in der Schweiz hat eine Lieblingssendung, die sie nicht verpassen möchte. Bei der älteren Generation sind es noch mehr: 32 Prozent nehmen die Sendung auf und 30 Prozent sind bereit, dafür zuhause zubleiben. Nur die jungen Leute zwischen 16 und 29 Jahren richten sich mehrheitlich (56 Prozent) nicht nach dem Fernsehprogramm.
Öffentlich-rechtliche Sender glaubwürdiger als Private
Die hiesige Bevölkerung legt viel Wert darauf, informiert zu sein. Information wird von 68 Prozent der Schweizer als Hauptgrund zum Fernsehen angegeben. Bei Personen über 50 sind es sogar 86 Prozent. Jung und Alt sind zudem davon überzeugt (82 Prozent), dass die Nachrichten im Fernsehen der Wahrheit entsprechen. Öffentlich-rechtliche Sender (64 Prozent) erhalten dabei ganz klar den Vorzug gegenüber den privaten (2 Prozent).
Mit dieser Haltung heben sich die Schweizer deutlich von Europa ab, wo die Hälfte der Zuschauer der Meinung ist, dass die Nachrichten des kommerziellen privaten Fernsehens ebenso glaubwürdig sind.
Kein Potential für Reality-Shows in der Schweiz
Anders sieht es bei den Jungen aus. Diese ziehen Unterhaltungs-Sendungen vor. So schalten Schweizerinnen und Schweizer zwischen 16 und 29 den Fernseher primär ein, um unterhalten zu werden (55 Prozent). Für Reality-Shows haben 77 Prozent hingegen wenig übrig.
Fernsehen beeinflusst Wahlverhalten
Politische Informationen am Fernsehen haben einen hohen Stellenwert. 71 Prozent der Schweizer interessieren sich für nationale Politik und noch mehr (73 Prozent) für europäische Politik. Gleichzeitig gibt die Mehrheit der Befragten (64 Prozent) an, dass ihr Wahlverhalten von den politischen Debatten im Fernsehen beeinflusst wird.
Hohe Affinität für neue Technologien
Die Schweizer zeigen eine hohe Affinität für neue Technologien. Mit 77 Prozent verzeichnen die Schweizerinnen und Schweizer ein überdurchschnittlich hohes Interesse an neuen Technologien im Vergleich zum europäischen Durchschnitt von 71 Prozent. Rund vier von fünf Schweizern haben zum Beispiel Wireless Network bei sich zuhause installiert.
Obwohl die Schweizer wenig fernsehen, geben 58 Prozent aller Schweizer an, mehr als einen Fernseher zu besitzen. Jeder fünfte Schweizer zwischen 16 und 29 hat sogar drei Fernsehegeräte zuhause, doppelt so viele wie die Generation der 30-49-Jährigen.