Im Ländervergleich mit anderen europäischen Staaten zeigt sich, dass die Schweizer pro Kopf am meisten Radio- und TV-Gebühren zahlen. Aber auch für das Eintreiben der Gebühren zahlt der Schweizer doppelt so viel wie andere, wie der Blick berichtet.
So betrage die Entschädigung der deutschen Gebühreneinzugszentrale (GEZ) umgerechnet 182 Mio. Franken, was 1.8 Prozent der eingetriebenen Gebühren entspreche. Das Schweizer Pendant, die Billag, kassiere vom Bund jährlich 48 Mio. Franken, was 4 Prozent der Radio- und TV-Gebühren entspreche, also mehr als doppelt so viel wie die Deutschen.
Billag-Sprecher Jonny Kopp meint zum Blick: "Ein Vergleich mit der GEZ ist wenig aussagekräftig." Ein wesentlicher Unterschied sei, dass die GEZ selber keine Akquisitionen mache. Gemäss Blick sind mit diesen Akquisitionen die Billag-Mailings an Personen gemeint, welche keine Gebühren zahlen. Zudem die rund 100 auf Erfogsbasis bezahlten "Gebührenschnüffler", welche Schwarzsehern nachjagen.
Wieviel die Billag mit dem Gebühreneintreiben verdiene bleibt unbeantwortet, da sie sich weigere, Zahlen zu nennen. Da die Billag eine 100-Prozent-Tochter der Swisscom sei, veröffentliche sie keinen eigenen Geschäftsbericht, wie Sprecher Kopp im Blick erklärt.
2006 wird der Eintreiber-Auftrag neu vergeben. Für die Offerten werden auch Billag-Konkurrenten eingeladen. Die Post hat bereits Interesse signalisiert. "Für uns wäre der Auftrag interessant", sagt Sprecherin Liselotte Spengler im Blick.