Holding mit "Weltwoche" und "Basler Zeitung"?

- Norbert Neininger zur Unabhängigkeit der "SN".

Neu arbeiten die "Schaffhauser Nachrichten" mit dem "St.Galler Tagblatt" zusammen. Gegenüber persoenlich.com äussert sich Verleger und Chefredaktor Norbert Neininger über diesen Deal. Weiter wehrt er sich auch gegen die Behauptung des "Tages-Anzeigers", wonach seine Zeitung schon bald mit der "Basler Zeitung" und der "Weltwoche" zu einer Holding zusammengeführt werden soll. Zum Interview:

Herr Neininger, Sie haben soeben die redaktionelle Zusammenarbeit mit dem "St. Galler Tagblatt" bekanntgegeben. Bedeutet dies die Aufgabe der "Schaffhauser Nachrichten"?

Natürlich nicht. Wir haben bis jetzt redaktionell und am nationalen Werbemarkt mit dem "Landboten" und den Zürcher Regionalzeitungen zusammengearbeitet und werden das neu mit dem "St. Galler Tagblatt" und via den Tagblatt-City-Pool tun. Für uns ändert sich nichts, weder das Layout noch die Zusammensetzung der Redaktion. Man hat uns in der Vergangenheit stets gefragt, ob wir zu Tamedia gehörten, künftig wird man uns fragen, ob wir zur NZZ gehören. Beides ist nicht der Fall. Wir sind unabhängig, aber gute Partner.

Letzte Woche spekulierte der "Tages-Anzeiger" über eine Holding zwischen "Schaffhauser Nachrichten", "Basler Zeitung" und "Weltwoche". Was ist daran wahr?

Kein Wort, wie man nun gesehen hat. Die "Tages-Anzeiger"-Redaktion hat dieses Gerücht einfach in die Welt gesetzt, ohne zu recherchieren oder uns zu fragen. Ein aussergewöhnlicher Vorgang, über den wir noch sprechen müssen.

Wie geht es den "Schaffhauser Nachrichten"?

Wir hatten - wie alle - einen guten Start ins Jahr und im letzten Quartal wurde die Umsatzkurve flacher. Aber wir werden ein befriedigendes Resultat erzielen.

Seit genau einem Jahr ist Ihr Internetauftritt kostenpflichtig. Wie hat sich dies bewährt?

Das hat sich sehr bewährt. Wir haben Online-Abonnenten gewonnen, die 299 Franken pro Jahr bezahlen und vor allem konnten wir die Preiserhöhung beim Zeitungsabonnement gut begründen, in dem der Online-Zugang eingeschlossen ist.

Sie haben in Ihrem Jubiläumsjahr neu eine Sonntagsausgabe auf dem iPad eingeführt. Konnten Sie damit Ihre Erwartungen erfüllen?

Die bescheidenen Erwartungen, ja. Wir hatten Anfangsschwierigkeiten bei der Technik und jetzt, da diese gelöst sind, werden wir uns auf den Inhalt konzentrieren und in Werbemassnahmen intensivieren. Wir rechnen damit, dass wir Ende 2012 1'000 Abonnenten haben werden.

Sie sind im Vorstand des Vebandes Schweizer Medien. An der Verlegertagung in Flims forderte Medienministerin Doris Leuthard auf Jahresende eine Lösung im Onlinestreit mit der SRG. Zeichnet sich diese nun ab ?

Es zeichnet sich ab, dass wir in verschiedener Zusammensetzung Gespräche führen werden mit der SRG und ich gehe davon aus, dass wir in diesen Gesprächen auch Ergebnisse erzielen werden. Bis Ende Jahr wird das allerdings nicht mehr möglich sein; Frau Bundesrätin Leuthard wird uns die nötige Zeit geben.

Interview: Matthias Ackeret