Tamedia plant auf dem Zürcher Werd-Areal einen Neubau. Das fünfstöckige Gebäude nach einem Entwurf des japanischen Architekten Shigeru Ban soll Raum für rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2009. Die ersten Redaktionen und Verlage sollen 2011 von verschiedenen Aussenstandorten in Zürich auf das Werd-Areal ziehen, schreibt das Schweizer Medienhaus in einer Mitteilung.
Der Neubau ersetzt die drei Altbauten an der Werdstrasse 11, 13 und 15. Die zusammenhängenden Gebäude, die teilweise als Wohnbauten erstellt wurden, würden sich aufgrund der veralteten Haustechnik und der kleinräumigen Raumstrukturen nicht für eine moderne Büronutzung eignen. Eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes am Stauffacherquai 8 ergänzt das Projekt.
Filigrane Struktur aus Holz und Glas
Das Projekt des japanischen Architekten Shigeru Ban ist geprägt durch die besonders nachhaltige Bauweise und das gewählte Material. Eine filigrane Tragstruktur aus Holz zeichnet das Gebäude aus. Die Fassaden werden grosszügig mit Glas gestaltet, mit dem ein helles, freundliches Arbeitsumfeld geschaffen wird. Gleichzeitig entspricht das Bauprojekt in seinem Volumen der im Quartier üblichen Blockrandbebauung in Regelbauhöhe und respektiert mit seinem Mansardendach und einem überhöhten Erdgeschoss den architektonischen Stil des Quartiers Aussersihl.
Tamedia will mit dem Neubau einerseits einen hochwertigen Beitrag zur Architektur im Stadtzentrum von Zürich leisten und strebt gleichzeitig ein nachhaltiges Gebäude an. Eine Doppelfassade gegen die Sihl hin wirkt als Klimapuffer und natürliches Ventilationssystem und reduziert den Bedarf an künstlichen Lüftungssystemen. Durch den Einsatz des nachwachsenden Baustoffes Holz sollen in der Bauphase die Emissionen für die Quartierbewohner möglichst gering gehalten werden. Das Gebäude soll zudem CO2-frei und ohne Einsatz von Atomstrom betrieben werden. Die Zielsetzung des CO2-freien Betrieb verteuert den Betriebsstrom um knapp 30 Prozent. Diese Mehrkosten werden durch eine ausgeklügelte Wärmedämmung und eine zukunftsgerichtete Haustechnik (Wärmepumpe) kompensiert.
Shigeru Ban: Visionen und Nachhaltigkeit
Wie Tamedia schreibt, entschied man sich für Shigeru Ban, weil sich seine Werke durch aussergewöhnliche Ansätze und eine nachhaltige Bauweise auszeichneten. Der 1957 in Tokio geborene Ban eröffnete nach einem Architektur-Studium in Los Angeles und New York ein Architekturbüro in Tokio. Für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover errichtete er den 75 Meter langen und 15 Meter hohen japanischen Pavillon. Dieser wurde aus einer Aufsehen erregenden Konstruktion aus Kartonröhren gebaut. Zur Zeit befindet sich eines seiner grössten Projekte im Bau, das Kunstmuseum im französischen Metz.