Im Zentrum stand gemäss einer Medienitteilung das journalistische Handwerk. «Wir reden über das, was uns ausmacht, nämlich gute Geschichten», erklärte Hossli zur Begrüssung. «Diese Branche überlebt, wenn wir gute Arbeit machen.»
Den Auftakt machte Blick-Chefredaktor Rolf Cavalli mit der Berichterstattung zum Brand von Crans-Montana am 1. Januar. Dass Blick früh vor Ort war, sei dem Wallis-Korrespondenten Martin Meul zu verdanken gewesen, der am frühen Morgen erste Bilder und Videos auf Telegram entdeckt und rasch bestätigt habe. Acht Redaktionsmitglieder seien aus den Ferien zurückgekehrt, so Cavalli: «Teamwork ist das A und O.» Geschwindigkeit allein mache guten Journalismus aber nicht aus – bei einer Geschichte dieser Dimension zähle langfristig: «Dranbleiben und es gut machen.»
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Bild: Mattia Coda -
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Die Walliser-Bote-Journalistinnen Perrine Andereggen und Rebecca Pfaffen berichteten von einem mehr als zweijährigen Projekt rund um das Schwarznasenschaf Rubi, an dem sich Alpwirtschaft, Zucht und der Umgang mit dem Wolf zeigen liessen. Die Serie sei multimedial erzählt worden und überdurchschnittlich gut angekommen, so Pfaffen: «Aber es hat sicher Nähe generiert und sicher Wissen vermittelt.»
Esther Girsberger, seit 1. April 2020 Ombudsfrau der SRG Deutschschweiz, sprach über eine Rekordzahl an Beanstandungen: Allein im vergangenen Jahr seien es laut Mitteilung 1408 gewesen. Als Gründe nannte sie unter anderem wachsendes Misstrauen gegenüber Medien und Regierung, die Bedeutung sozialer Medien sowie zunehmend mit KI verfasste und teils sehr umfangreiche Eingaben. Verändert habe sich auch, worüber sich das Publikum beschwere: Standen früher vor allem Fernsehsendungen wie «Tagesschau», «10 vor 10» oder «Rundschau» im Fokus, beträfen die meisten Eingaben heute Online-Inhalte, insbesondere SRF News. Einen Rückgang erwartet Girsberger nicht: «Ich glaube nicht daran, dass das wieder abnimmt.»
Zum Abschluss sprach «Nebelspalter»-Verleger und -Chefredaktor Markus Somm über die Streitkultur im Journalismus. Er zeigte sich erstaunt, dass das Schweizer Fernsehen kein regelmässiges Format kenne, in dem zwei klar gegensätzliche Stimmen miteinander debattierten – ein solches Format könne zeigen, dass unterschiedliche Positionen innerhalb eines Mediums Platz hätten. «Wir streiten zu wenig», sagte Somm und plädierte dafür, starke Persönlichkeiten nicht kleinzumachen. Radio-1-Gründer Roger Schawinski, mit dem Somm seit zehn Jahren die Sendung «Roger gegen Markus» bestreitet, hatte für den Auftritt kurzfristig abgesagt. (pd/nil)