HSG-Professorin Miriam Meckel als Chefredaktorin im Gespräch

"Der Spiegel" - Das Kandidatenkarussell dreht sich bereits.

Seit Dienstag ist es offiziell: Die "Spiegel"-Chefredaktoren Georg Mascolo und Matias Müller von Blumencron müssen gehen (persoenlich.com berichtete). Nachdem das "Hamburger Abendblatt" bereits Ende letzter Woche ihren Abgang verkündet hatte, veröffentlichte das Verlagshaus des Hamburger Nachrichtenmagazins am Dienstag eine dementsprechende Medienmitteilung. Noch am Montag hatte Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe eine mögliche Absetzung abgestritten.

Die Co-Redaktionsleiter wurden "wegen unterschiedlicher Auffassungen zur strategischen Ausrichtung mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt". Beide arbeiteten seit mehr als 20 Jahren für die "Spiegel"-Gruppe und waren seit 2008 gemeinsam in der Chefredaktion tätig.

Die Redaktion des Heftes wird nun zunächst von den beiden stellvertretenden Chefredakteuren Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry geführt. Das Nachrichtenangebot im Internet werde laut Mitteilung von Rüdiger Ditz verantwortet, der unter Müller von Blumencron bisher schon Chefredaktor von "Spiegel online" war.

Nun sind bereits die Spekulationen um die Nachfolge an der Redaktionsspitze im Gange: Laut dem "Tages-Anzeiger" seien unter anderem Jakob Augstein - Sohn von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein - und die deutsche Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel im Rennen um den prestigeträchtigen Posten. Gegenüber "persoenlich.com" wollte sich die HSG-Professorin dazu nicht äussern.

"Tagi"-Chefredaktor Res Strehle äusserte sich in einem Kommentar auf der "Analyse"-Seite seiner Zeitung zu dem personellen Wechsel an der Spitze des renommierten Nachrichtenmagazins. Dieser stelle "eine Chance" für den "Spiegel" dar. Müller von Blumencron und Mascolo seien trotz individueller Verdienste nie richtig zusammengekommen und würden im Unterschied zu vielen funktionierenden Co-Leitungen als gescheiterte Fallstudie in die Managementlehre eingehen. "So gesehen ist ihr Abgang für das Hamburger Nachrichtenmagazin eine Chance, dass unterschiedliche Prinzipien, die in zwei harten Köpfen nicht zusammenfanden, nun zusammenfinden können: die Annäherung von Print und Online, Überraschung und Pflichtstoff", schreibt Strehle.

Wenn es dem Heft gelinge diese Chance zu packen, dann sei es dem "Spiegel" zuzutrauen, dass er zu seiner Pionierrolle zurückfinde, die er in den Nachkriegsjahren oft gehabt habe, schreibt Strehle in seinem Kommentar  abschliessend. (ads/TA/Bild)

Bild: Keystone