"Ich bin mehr als nur das Gesicht vom Fernsehen."

- Jubaira Bachmann ist seit über sieben Jahren beim Musiksender Viva Schweiz. Vor kurzem wurde sie zur Musikchefin ernannt. Spätestens durch ihren Auftritt als Jurorin bei der 3+-Casting-Show "Superstar" und die freizügigen Fotostrecken in der Schweizer Illustrierten wurde Bachmann auch bei einem breiteren Publikum bekannt. Einhergehend stieg das mediale Interesse an ihrer Person. Im Gespräch mit "persoenlich.com" erläuterte die Moderatorin, wie sie mit dem Medienrummel umgeht und warum sie Viva immer noch die Treue hält. Das Interview:

Jubaira Bachmann, Sie sind seit über einem Monat Musikchefin bei Viva Schweiz. Kann ich mir auf dem Sender nun Ihre persönliche Plattensammlung anhören?

Es geht ja nicht darum, dass auf Viva die Musik läuft, die mir gefällt. Die Musik muss zur Positionierung des Senders passen. Es wäre aber falsch zu behaupten, dass mein persönlicher Geschmack gar keinen Einfluss auf das Programm hat.

Würde die Playlist des Senders denn völlig anders aussehen, wenn Sie keine Rücksicht auf den Geschmack der Zuschauer nehmen müssten?

Auch dann würde ich einen Mix aus verschiedenen Genres zusammenstellen. Der besteht dann einfach nur aus meinen Lieblingssongs und wäre jeweils meiner momentanen Stimmungslage angepasst. Das würde bedeuten, dass ich keine Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen nehmen würde.

Welche Kriterien müssen Videos erfüllen, um auf Viva ausgestrahlt zu werden?

Alle Videos, die über den Sender gehen, werden von mir zuerst begutachtet. Ich beurteile die Clips individuell und ordne sie nicht irgendwelchen Schubladen zu. Eine gewisse Qualität müssen sie natürlich aufweisen. Ich gebe aber auch gerne Künstlern eine Chance, die noch nicht so etabliert sind, bei deren Songs aber ein Hitpotential erkennbar ist.

Sie sind seit über sieben Jahren bei Viva. Hatten Sie nie Lust auf eine Veränderung?

Während meiner Tätigkeit für den Musiksender hatte ich immer genug Raum für andere Projekte. Ich konnte mich bei Viva als Produzentin entfalten und genoss immer viele redaktionelle Freiheiten. Weil ich mich immer sehr wohl fühlte, drängte sich ein Wechsel nie auf.

Gab es in dieser Zeit Angebote von anderen Sendern?

Ja, die lagen vor. Bei meinen Entscheiden verlasse ich mich aber stark auf mein Bauchgefühl und dieses hat stets zum Verbleib bei Viva geführt.

Für 3+ waren Sie Jury-Mitglied bei "Superstar". Würden Sie bei einer Casting-Show wieder mitmachen?

Sofort. Ich liebe diese TV-Formate. Allerdings wünschte ich mir, dass man die Kandidaten noch etwas mehr beraten könnte. Manche bräuchten wohl eher ein Präsenztraining anstelle eines Tanztrainings. Bevor ich tanze, sollte ich dazu fähig sein, mich vor Leuten zu präsentieren.

Haben Sie irgendwelche Ambitionen in die Schauspielerei zu wechseln?

Was die Schauspielerei angeht, bin ich talentfrei. Insofern besteht keine Gefahr, dass ich bald Hollywood erobere.

Sie sind momentan fester Bestandteil der Medienberichterstattung. Haben Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt gemerkt, dass das Medieninteresse an Ihrer Person merklich zugenommen hat?

Zurzeit kann ich mich tatsächlich nicht über mangelndes Medieninteresse beklagen. Eigentlich haben sich die Journalisten immer schubweise für mich interessiert. Hat jemand über mich geschrieben, haben andere nachgezogen. Danach war wieder Ruhe. Seit dem Sommer vor einem Jahr wurde die Berichterstattung dann konstanter und hat tendenziell stetig zugenommen.

Denken Sie, Ihre freizügigen Fotos in der Schweizer Illustrierten haben das Medieninteresse an Ihrer Person zusätzlich angefacht?

Die beiden Fotostrecken in der SI haben sicher ihren Beitrag dazu geleistet. Zuvor hat meine Tätigkeit als "Superstar"-Jurorin bei 3+ für verstärkte Aufmerksamkeit gesorgt. Die Medienanfragen häuften sich aber bereits vor meinen Auftritten bei 3+ und in der SI.

Auf was legen Sie wert, wenn Sie in den Medien dargestellt werden?

Mir ist es wichtig, dass die Leute mehr über mich als Mensch erfahren. Ich möchte zeigen, dass ich mehr bin, als nur das Gesicht vom Fernsehen, und was es dort repräsentiert.

Erfahren die Leute manchmal auch zuviel über Sie? Wie gehen Sie mit den Berichten in den Klatschspalten um?

Das sehe ich nicht so eng, das gehört zum Business. Steuern kann ich den Klatsch und Tratsch nicht, traue dem Publikum aber zu, dass es den jeweiligen Wahrheitsgehalt erkennt.

(Interview: Stefan Wyss)