Beim Meteorologen Peter Wick ist einiges in Bewegung: Zusammen mit Jörg Kachelmann errichtet er 200 neue Wetterstationen. Zudem baut er einen Wetterkanal auf, der nicht nur automatische Vorhersagen liefern, sondern von moderierten Sendungen leben soll. Im Interview mit "persoenlich.com" spricht Wick über seine Pläne und über die Wetterprognosen von 3+:
Herr Wick, Sie werden gemeinsam mit Jörg Kachelmann 200 neue Wetterstationen errichten. Wozu braucht es die?
Die neuen Wetterstationen sind primär ein Service für unsere eigenen Firmen. Wir müssen regional genaue Vorhersagen machen. Die besten Vorhersagen kann ich machen, wenn ich viele Informationen habe. Ich sage nicht, dass die Stationen von MeteoSchweiz schlecht sind, aber es sind relativ wenige. Die Schweiz ist topographisch ein sehr unterschiedliches Land mit Bergen und Seen und vielen Klimazonen. Darum sind wir daran interessiert, möglichst viele Stationen zu haben. Und je besser unsere Vorhersagen sind, desto konkurrenzfähiger sind wir.
Ist Ihr Vorhaben ein Frontalangriff auf MeteoSchweiz?
Gegenüber der MeteoSchweiz sind wir bereits jetzt konkurrenzfähig. Ich habe in der Schweizer Medien- und Privatwirtschaft deutlich mehr Kunden als MeteoSchweiz und muss dort nichts beweisen. Vielmehr geht es darum, mehr Informationen sammeln zu können. Ich finde MeteoSchweiz in dieser Hinsicht aber auch lethargisch. Mein Wunsch wäre eigentlich, dass jede Gemeinde eine eigene Wetterstation hätte.
Wozu das denn?
Jede Gemeinde beschäftigt für jeden einzelnen Bereich Mitarbeiter. Wenn nun ein Mitarbeiter für die Wetterstation zuständig wäre, wäre dies eigentlich eine kleine Investition. Vor allem, wenn man bedenkt, wie wichtig das Wetter für die Leute ist.
Sind Sie der Meinung, dass der Dienst der MeteoSchweiz ungenügend ist?
Nein, ich bin nicht der, der aggressiv gegen MeteoSchweiz wettert. Mir geht es wirklich um die Vervollständigung der Daten.
Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit Jörg Kachelmanns Firma Meteomedia aus?
Die Zusammenarbeit ist projektbezogen. Die Wetterstationen werden gemeinsam aufgebaut. Eine Fusion ist nicht geplant, MeteoNews und Meteomedia bleiben eigenständig. Mein Fokus liegt vor allem auf der Schweizer Medien- und Privatwirtschaft und auf Frankreich -- Kachelmann fokussiert sich auf Deutschland, Österreich und den englischsprachigen Raum.
Sie wollen auch noch einen Wetterkanal aufbauen. Wie weit ist das Projekt schon fortgeschritten?
Der Wetterkanal, den ich aufbauen will, ist nicht alleine fürs Fernsehen gedacht. Die Cablecom ist sehr restriktiv bei der Herausgabe von analogen Kanälen. Dies ist auch zu teuer für uns. So werden wir uns auf die digitalen Plattformen konzentrieren, das heisst auf Cablecom digital oder BluewinTV. Ein weiterer Hauptkanal ist das Internet. Dort soll ein Live-Stream in Fernsehqualität abrufbar sein.
Im Internet gibt es ja schon viele Live-Cams und automatische Wettervorhersagen. Braucht es Ihr Angebot wirklich?
Die automatischen Vorhersagen sind nicht schlecht. Sie erreichen aber nie die Qualität einer Moderation. Die Angaben sind dort genauer. Der Kanal ist aber ein Spartenkanal und wird nicht Millionen von Zuschauern vor den Bildschirm locken. Ich bin aber überzeugt, dass das Wetter interessiert.
Wie viele Sendungen werden Sie dann pro Tag produzieren?
Ich will mich da noch nicht festlegen. Die aktuellen Wetterdaten werden sicher laufend angepasst. Vielleicht machen wir zu Beginn am Morgen, am Mittag und am Abend eine Sendung und wiederholen diese stündlich. Später vielleicht auch mehr. Man wird sich aber auch nur einzelne Teile der Sendungen ansehen können.
Haben Sie für den Wetterkanal schon Partner oder Sponsoren?
Grundsätzlich ist dies mein eigenes Projekt. Wenn sich ein Sponsor findet, sage ich sicher nicht nein. Aber produziert werden die Sendungen in meinem Wetterstudio. Die Investition erfolgt vor allem im personellen Bereich.
Werden Sie das Wetter für 3+ liefern?
Eine Zusammenarbeit ist durchaus möglich. Dafür bräuchte ich aber noch neue Moderatorinnen.