Sie haben mit der Montagabendsendung "Quiz today" eine Sendung mitkonzipiert, die publikumsmässig nicht den Erwartungen entspricht. Was ist hier falsch gelaufen?
Ich glaube immer noch zu 110 Prozent an "Quiz today". Das ursprünglich konzipierte Format hätte eine Erfolgsstory werden können. Doch das Einzige, was ich von meiner damaligen Idee wiedererkenne, ist der Titel der Sendung. Ich habe mich mittlerweile auch als Zuschauer von "Quiz today" verabschiedet.
Von der eigenen Sendung?
Ja, von der eigenen Sendung, die gar nicht meine eigene ist. Bei "Quiz today" haben so viele Köche mitgewerkelt, dass das ursprüngliche Rezept nicht mehr erkennbar ist. Mich schmerzt es, dass nach der "Tagesschau", also bei Beginn der Quiz-Sendung, 600'000 Zuschauer wegzappen. Da läuft doch etwas falsch, wenn die Quote zum Tiefflug ansetzt."
Was passiert mit dieser umstrittenen Unterhaltungssendung nun weiter?
Normalerweise ist es im Fernsehgeschäft so, dass zuerst die Schuld beim Moderator gesucht und dieser dann ausgewechselt wird. Und wenn es dann auch nicht klappt, wird die Sendung gekippt. Ich nehme an, dass sich die neue TV-Zerstreuungschefin die sie ja auch sein muss, "Quiz today" auf den Index gesetzt hat.
Ingrid Deltenre wurde gelegentlich vorgeworfen, dass sie keine Journalistin sei. Stört Sie dies?
Nein, überhaupt nicht. Die Urteilsfähigkeit von Frau Deltenre hängt nicht davon ab, ob sie Journalistin ist oder nicht. Ein Journalist ist nicht der allwissende liebe Gott. Ich habe Frau Deltenre als hellwache Frau kennen gelernt, die sehr gut beurteilen kann, inwieweit eine Sendung gut oder schlecht ist. Und -- das sage ich mit einem leichten Schmunzeln -- mit ihrem medienerfahrenen Partner Sacha Wigdorovits kann sie sich sicher auch "informell" austauschen. Eigentlich ein prima Gespann! Meine Frau und ich machen es jedenfalls so. That's life.
Casting-Shows werden in Deutschland von privaten Sendern produziert, in der Schweiz hingegen fehlt diese Möglichkeit nach dem Ende von Tele 24 und TV 3.
Ich denke schon seit einiger Zeit an eine Lösung des leidigen Problems, dass wir hier zu Lande mit den SRG-Fernsehprogrammen eine Art Monopolsituation haben. Das müsste nicht sein. Ich möchte gerne und erstmals über eine Utopie sprechen, die eigentlich keine sein müsste, so man denn medienpolitisch nur wollte: Dank der fortgeschrittenen Technik bestünde für die Cablecom bereits heute die Möglichkeit, einen digitalen Kanal einzurichten, auf welchem sich die schon bestehenden acht Deutschschweizer Regionalsender zusammenschliessen könnten. Das gleiche Modell müsste man auch in den anderen Landesteilen aufgleisen. Ich stelle mir eine Art Mini-ARD vor. Dieser Kanal könnte -- einfach mal so hingeworfen -- GRS: Gemeinschaft Regionalsender Schweiz (also witzigerweise SRG umgekehrt) heissen. An diesem Regionalkanal könnten sich alle Privaten beteiligen. Mit immensen Vorteilen. So könnte zum Beispiel ein Student an der Universität St.Gallen, der aus Aarau kommt, seinen Regionalsender M1 sehen, der Student aus Luzern Tele Tell und so weiter. Bis jetzt kann einzig der Student aus Leipzig seinen Heimatsender MDR empfangen. Und die Schweizer gehen leer aus. Weil das die helvetische Medienpolitik so will, die sich nur schleppend bewegt.