Roger Schawinski blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2005 bei Sat.1 zurück. Im Interview mit der Mittelland Zeitung (MZ) spricht er über Gerhard Schröders Job bei Ringier und die Zukunft des Schweizer Fernsehens. Schawinski kann sich nicht vorstellen, dass sich "die Blick-Leser für Schröder-Kolumnen" begeistern würden. Allerdings sei Schröder ja als Türöffner eingekauft worden und nicht als Journalist. Dafür schreibt er dem Ex-Kanzler Sexappeal zu, was ihm zu einer Fernsehkarriere verhelfen könnte. Doch bei Sat.1 habe dies keinen Platz.
Endlich verrät der Medienpionier auch sein Erfolgsrezept: Erstens müsse man wirklich alles in Frage stellen, zweitens auf Qualität achten und nicht "immer den kleinsten gemeinsamen Nenner" suchen und drittens keinem Trend nachrennen. Also keine Kopien anbieten, sondern eigene Ideen entwickeln. Mit der eigenen Idee, der Telenovela "Verliebt in Berlin" ist der Exil-Schweizer auch sehr erfolgreich. Bereits werde an der Nachfolge-Telenovela gearbeitet, verrät Schawinski im Gepräch mit der MZ. Ob Harald Schmidt wohl wieder zurückkommt? Schawinski verrät, dass er erst in der letzten Zeit Kontakt mit ihm gehabt hätte. Anfangs sei er ihm nie begegnet.
Privatsender haben es in Deutschland einfacher
Befragt zum Schweizer Fenster von Sat.1, sagt Schawinski, die Sendungen, die sich rechnen, würden auch weitergeführt. Das neue Erscheinungsbild des SF kommentiert er nicht in gewohnt scharfer Manier: "Sagen wir: Es ist gewöhnungsbedürftig." Es hätte ihn jedoch erstaunt, dass man die News-Moderatoren während des Gesprächs mit Korrespondenten nur noch von hinten sehe. Die bisherige Variante, als beide zu sehen waren, habe er übernommen. Sein Verhältnis zum SF bezeichnet er als "völlig entspannt". Doch dann ein kleiner Seitenhieb: "Ich wünsche Ingrid Deltenre viel Glück. Sie kann es brauchen."