Der vom Iran freigelassene US-Journalist Jason Rezaian ist wohlauf. «Jason war guter Dinge», sagte "Washington Post"-Chefredaktor Martin Baron und der Leiter der Auslandsredaktion, Douglas Jehl, am Sonntag nach einem kurzen Telefonat mit Rezaian.
Ein Vertreter des US-Aussenministeriums hatte zuvor mitgeteilt, dass Rezaian sowie zwei weitere vom Iran freigelassene US-Bürger nach einem Zwischenstopp in Genf in Deutschland eingetroffen seien. Die drei US-Bürger waren auf dem US- Militärstützpunkt Ramstein erwartet worden, wo sie medizinisch untersucht werden sollten.
Teheran hatte die US-Bürger im Gegenzug für die Begnadigung von sieben Iranern durch die US-Justiz freigelassen.Nach Angaben von Rezaians Familie hatte sich der Gesundheitszustand des Journalisten während der Haftzeit im Iran verschlechtert. Er habe stark abgenommen und unter hohem Blutdruck gelitten. Monatelang sei er ohne Zugang zu einem Anwalt in Isolationshaft gewesen. Laut "Washington Post" erlitt Rezaian im Gefängnis physische und psychische Misshandlungen. Der Journalist habe die Isolation als besonders schwierig geschildert.
Jason Rezaian arbeitete als "Washington Post"-Korrespondent in Teheran, als er im Juli 2014 in seinem Haus verhaftet wurde. Er wurde wegen Spionage und Zusammenarbeit mit feindlichen Regierungen verurteilt. (sda)