Rudolf Matter, seit Jahresbeginn erster Superdirektor von Radio und Fernsehen (SRF), will sein Personal in Bern aufstocken und startet im Sommer mit einer neuen Polit-Talkshow am Fernsehen. Dies sagte er in einem Interview mit dem "SonntagsBlick". "Wir werden mehr Leute nach Bundesbern verschieben. Zudem starten wir im Sommer mit unserer Polit-Talksendung", erklärte Matter. Die Arena bleibe "auf jeden Fall" erhalten. Auch brauche das Fernsehen "unbedingt wieder eine Soap". "Mir schwebt ein Format im Stile von "Lüthi und Blanc" vor, das wöchentlich ausgestrahlt wird."
Auf die Frage, ob als Sparmassnahme die Streichung von Sportevents wie Formel 1 oder Champions League denkbar sei, sagte Matter in dem Interview, solche Events seien sind in der Tat teuer. Es stelle sich die Frage, ob sich ein einzelner Sender alle verfügbaren Sportrechte noch leisten könne. "Ich schliesse nicht aus, dass es ein Thema sein wird, genau zu überprüfen, ob wir die steigenden Preise für die grossen Sportevents noch zahlen können", erkärte der SRF-Direktor. Die TV-Rechte für die Fussball-WM 2014 in Brasilien habe das Schweizer Fernsehen aber bereits 2007 erworben.
Sendungen wie "Jackass" oder "Dschungelcamp" bleiben laut Matter den Privaten vorbehalten. "Ich finde es in Ordnung, dass es hier eine Arbeitsteilung zwischen Service public und Privaten gibt." Wieder vermehrt auf ihre Kosten kommen sollen die Freunde der Volksmusik und des Schlagers, wie SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel in einem Interview mit der Zeitung "Sonntag" versprach. Für 2011 sei das Programm weitgehend schon aufgegleist. Er habe aber "für 2012 die Volksmusik als Schwerpunkt-Anliegen definiert". Es lohne sich, darüber nachzudenken, ob "Hopp dä Bäse" einen Relaunch brauche. "Es gibt so viele gute Volksmusiker in der Schweiz, dass es ein Versäumnis wäre, diesen keine Plattform zu geben", sagte der SRF-Unterhaltungschef. (sda)