Immer noch zu wenig Frauen in den Medien

Welttag der Pressefreiheit - Deutschschweiz schneidet am schlechtesten ab.

Frauen sind in den Schweizer Medien noch immer untervertreten - als Journalistinnen wie auch als zitierte Fachpersonen. Im Rahmen des Welttag der Pressefreiheit fordert die Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) die Verantwortlichen dazu auf, die Frauen- Präsenz zu verstärken. "Die Schweiz könnte es besser", schreibt die SKG in einem am Montag verschickten Communiqué. Im Rahmen des "Global Media Monitoring Project" hatte sie eine vertiefte Analyse anfertigten lassen, um den Frauenanteil in den Schweizer Medien zu messen.

Aufgrund ihrer Zusatzanalyse kam die SGK zum Schluss, dass bei den erwähnten Personen in den Medien die Frauen mit 22 Prozent immer noch untervertreten sind. Frauen würden in der Mehrheit (55 Prozent) bei Meldungen über Kultur, Freizeit und Unterhaltung zitiert. Bei Nachrichten seien Frauen vor allem bei den Themen Erziehung und Jugend vertreten (38 Prozent). Hingegen sei ihre Präsenz in der Rubrik Wirtschaft mit 10 Prozent "sehr gering", schreibt die SKG. Grundsätzlich würden Frauen oft beigezogen, wenn es darum gehe, die Stimme des Volkes wiederzugeben. Weit weniger seien sie jedoch als Expertinnen oder Autoritäten in den Medien vertreten.

Unterschiede zwischen Sprachregionen

"Was die Seite der Nachrichtenproduzentinnen anbelangt, werden nur 34 Prozent aller Meldungen von Frauen gezeichnet", heisst es im Communiqué. Wobei es zwischen den Sprachregionen durchaus Unterschiede gibt: Mit 31 Prozent in der Romandie und 44 Prozent im Tessin sind Journalistinnen dort präsenter als in der Deutschschweiz (23 Prozent). Ferner kommen Frauen als Autoritäten in der Deutschschweiz weniger oft vor als in der lateinischen Schweiz.

Seit 1995 wird alle fünf Jahre eine weltweite Analyse der Tagesnachrichten aus Geschlechterperspektive durchgeführt. Die Schweiz ist in diesem Jahr mit allen drei Sprachgruppen das erste Mal vertreten. Die Untersuchung beschränkt sich auf einen Tag und ist als eine Momentaufnahme der Medienarbeit zu verstehen. Um das Thema zu vertiefen, liess die SKG 284 Nachrichten zusätzlich auswerten, die von 332 Journalisten und Journalistinnen verfasst wurden und in denen 802 Personen erwähnt sind. (sda)