Das Schweizer Fernsehen hat vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedinungen in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und der eigenen Trägerschaft ein eigenes Leitbild konzipiert. Bisher habe SF aufgrund der vorwiegend operativen Tätigkeiten der Geschäftsleitung wenig Zeit für strategische Fragen gehabt, sagte TV-Direktorin Ingrid Deltenre anlässlich einer Medienkonferenz am Dienstag. Dieses Manko habe man nun beseitigt.
Das Schweizer Fernsehen stehe im Dienst der Öffentlichkeit, daraus ergebe sich auch der Auftrag mit drei Eckpfeilern. SF will informieren, unterhalten und den Zusammenhalt der Gesellschaft und das Verständnis füreinander fördern. Bei der Information gehe es um die Meinungsbildung. Unterhaltung sind laut Deltenre gemeinsame Erlebnisse und Identitäten. SF sei dabei Teil des kulturellen und kreativen Schaffens in der Schweiz.
Zu den veränderten Rahmenbedingungen zählte Deltenre unter anderem die Lancierung von Bluewin-TV, die für SF nicht ohne Folgen bleiben werde. Mit dem Start des Swisscom-Digitalsenders beginnt laut Deltenre "die Zukunft des Fernsehens von morgen". SF sieht Bluewin-TV dabei sowohl als Wettbewerber als auch als Partner. Auf publizistischer Seite stehe man mit dem Digitalsender in Konkurrenz, auf der Seite der Produktion bestehe hingegen eine Zusammenarbeit.
Im Leitbild findet sich eine Übersicht zu den strategischen Zielen und wichtigsten Massnahmen für die Zukunft. So soll der Leistungsauftrag erfüllt und die Verankerung verstärkt werden. Im kommenden Jahr will SF einen durchschnittlichen Marktanteil von 33.6 Prozent erreichen und sein Publikum verjüngen. Dazu will SF die Programme SF 1 und SF zwei weiter voneinander differenzieren.
Das ganze Leitbild kann als PDF-Datei heruntergeladen werden unter http://www.sf.tv/unternehmen/sf_leitbild.pdf
SF in allen Sparten erste Wahl
Neben dem Leitbild präsentierte SF auch die Imagestudie 2006. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Publikums-Umfrage und bewertet die Programmbereiche Information, Sport, Unterhaltung, Kultur, Spielfilme und Serien. Die Umfrageteilnehmer wurden in allen Sparten nach dem Sender erster Wahl befragt: SF (SF 1, SF zwei und SF info) zeigt sich dabei überall als Marktleader -- im Gegensatz zum Vorjahr auch im Bereich Spielfilme, wo man die Konkurrenten ORF1 und Pro7 hinter sich lassen konnte.
Erste Senderwahl Spielfilme:
Klarer Leader bleibt SF im Bereich Information. Für 79 Prozent der Befragten ist SF für diese Sparte die erste Wahl. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 3 Prozent. Im Bereich Unterhaltung war hingegen ein Rückgang zu erkennen. 39 Prozent bezeichneten SF als ihren bevorzugten Unterhaltungssender, dies sind 3 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Auf den nächsten Plätzen folgen RTL mit 15 und Pro7 mit 11 Prozentanteilen. Eine deutliche Zunahme von 14 Prozent konnte SF im Bereich Kultur verzeichnen.
Information:
Unterhaltung:
Kultur:
Der zweite Aspekt der Imagestudie widmet sich der Qualität der Programme, welche die Befragten anhand verschiedener Qualitätsmerkmale (vielfältig, professionell, innovativ, unverwechselbar, aktuell etc.) mit Noten von 1 bis 6 bewerteten. Im Vergleich zu 2005 haben sich die Werte in fast allen Bereichen verbessert. Rückgänge sind hier im Bereich Sport auszumachen, was laut Ingrid Deltenre an den diesjährigen Grossanlässen (Olympische Winterspiele und Fussball-WM) liegen könnte, welche die Vielfältigkeit allenfalls eingeschränkt haben.