Immer weniger Geld, immer weniger Zeit - der Journalismus ist im Umbruch. Darunter leiden nicht nur die Beteiligten, sondern auch jene Textgattungen, die eben viel Zeit und viel Geld benötigen: Reportagen und Porträts.
Laura Bruellmann und Gabriella Hummel wollen das ändern. Ihr Ziel: Mit "One Day Portray" eine Plattform aufbauen, auf der ausschliesslich Reportage-Portraits zu lesen sind, für die der Porträtierte einen ganzen Tag lang begleitet wurde. "Wenn sich ein Journalist schon mal an ein Portrait wagt, dann fehlt ihm meist die Zeit, sich ausreichend mit der Person zu beschäftigen", erklärt Gabriella Hummel gegenüber persoenlich.com.
"Wir hoffen, ohne Werbung auszukommen"
Anfang September wollen die beiden mit dem Projekt starten, mit einer gut designten und programmierten Website. Das Startkapital dafür soll per Crowdfunding zusammenkommen. Wie die Finanzierung danach aussehen wird, lassen die Journalistinnen noch offen: "Wir hoffen, dass wir ohne Werbung auskommen können, aber Banner-Werbung ist komplett ausgeschlossen, den 'One Day Portray' soll auch schön fürs Auge sein." Man wolle eher Kooperationen mit anderen Medien eingehen.
Zu Beginn werden Laura Bruellmann und Gabriella Hummel das Projekt zu zweit vorantreiben. Es haben sich jedoch bereits interessierte Schreiberlinge gemeldet, die gerne für das Portal auf Reisen gehen würden. Denn die porträtierten Personen sollen keinesfalls nur aus der Schweiz kommen: "Wir wollen 'One Day Portray' international zugänglich machen. Unsere Texte werden deshalb auch auf Englisch übersetzt", erklären die Initiantinnen.
Schreiben wollen die beiden nicht nur über "besondere" Personen: "Die Aufgabe eines Porträtisten ist es, in jeder Person das Besondere zu finden". (nb/pd)