Die Arbeit der Journalisten im Irak wird von Tag zu Tag schwieriger und gefährlicher. Dies erklärte eine Delegation von Medienschaffenden in Genf. Seit Beginn des Konfliktes im März 2003 seien bereits über 220 irakische Journalisten getötet worden.
Angesichts der gefährlichen Arbeitsbedingungen hätten zahlreiche Medienschaffende ihrem Land den Rücken gekehrt oder ihren Beruf an den Nagel gehängt, erklärte der Generalsekretär der irakischen Mediengewerkschaft, Muad Asis Gasim Allamy, am Montag vor den Medien in Genf. Von 5000 aktiven Journalisten seien mindestens 40 Prozent bedroht.
Wenn sich die Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtern würden, blieben nur noch Regierungsmedien oder solche, welche unter dem Schutz der Koalitionstruppen arbeiteten, sagte der Chef der siebenköpfigen Delegation, die von der Presse Emblème Campagne (PEC) nach Genf eingeladen worden war.
Bis am Samstag will sich die Delegation in Genf mit Diplomaten und Vertretern von UNO-Organisationen treffen, um deren Unterstützung zu erhalten. So ist auch ein Treffen mit der UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Louise Arbour geplant.
Getötet wegen der Wahrheit
Die Delgation schlug unter anderem eine Sondersession des UNO-Menschenrechtsrates zu dieser Thematik vor. Jede Verzögerung bedeute der Tod von weiteren Journalisten in Irak. "Wir werden getötet, weil wir die Wahrheit sagen", stellte Allamy fest. Dabei spiele es überhaupt keine Rolle ob man Schiit oder Sunnit sei.

