Interesse an Tageszeitung in Berlin?

Ringier - Medienhaus soll um Rechte am Blatt bieten.

Hat Ringier vor, eine neue Tageszeitung in der deutschen Kapitale Berlin zu lancieren? "Spiegel Online" berichtet, das Medienhaus interessiere sich für die "Berliner Tageszeitung". Deren Verleger Reiko Opitz gab zu Protokoll, er verhandle mit einem grossen Verlag, der ihm eine "hohe sechsstellige Summe" für die Rechte am Blatt biete. Der Interessent, so Opitz, verlege eine grosse Boulevardzeitung und stamme aus einem deutschsprachigen Nachbarland, wo man sich mit Grüezi begrüsse.

Opitz beabsichtigt, mit der "Berliner Tageszeitung" eine weitere Tageszeitung für die deutschen Hauptstadt herauszugeben. Bislang jedoch war dem Unterfangen des Kleinverlegers wenig Glück beschieden: Die beiden grossen Berliner Verlage, der des "Tagesspiegel" (Holzbrinck) und der der "Berliner Zeitung" (Mecom), haben die Lancierung der Zeitung bislang mit Einstweiligen Verfügungen erfolgreich verhindert. So beschränkt sich die Präsenz der "Berliner Tageszeitung" bislang aufs Internet.

Opitz plant eine Zeitung in Tabloid-Format für einen Preis von 10 Cent herauszugeben, mit einer stolzen Auflage von 145'000 Exemplaren. Er nennt sein Blatt in voller Länge "Berliner Tageszeitung -- Berliner Tageblatt -- erstmals seit 1872". Das "Tageblatt" galt in Berlin lange als publizistische Institution.

Auf Anfrage von "persoenlich.com" wollte Ringier keine Stellung zum Spiegel Online-Artikel nehmen. "Zu Gerüchten auf dem Markt nehmen wir grundsätzlich keine Stellung", erklärte Marco Castellaneta auf Anfrage.