Ipanema-Wind hält SRF auf Trab

SRF - An der Copacabana kam es wieder zu Unwettern. Das Team in Rio musste das Glasstudio räumen. Hat SRF die Sturmintensität unterschätzt?

von Claudia Maag

Das Schweizer Fernsehen musste sich für ein Interview mit den Schweizer Beachvolleyballerinnen Heidrich/Zumkehr in die Büroräume zurückziehen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtete.

Ein Sturm war über Rio de Janeiro ausgebrochen. Der Aufenthalt in der Nähe von Fenstern sei momentan untersagt, erzählt Steffi Buchli vor laufender Kamera (siehe 4:50 Min.). Zu gross sei die Gefahr, dass das Unwetter Scheiben zerstöre. Heidrich/Zumkehr redeten über ihre knappe Niederlage gegen die Turnierfavoritinnen aus Brasilien. Plötzlich beendet Buchli das Gespräch abrupt. Ruhig erklärt die Moderatorin: «Es rumpelt draussen, wir müssen sofort raus.»

Das SRF-Team musste sich dann aufgrund des Sturms auf das Hoteldach zurückziehen. Dort wurde die nächste Liveschaltung vorbereitet.

SRF-Sprecherin Caroline Kalberer sagte persoenlich.com auf Anfrage, dass das Studio durch den Sturm vom Montag nicht beschädigt wurde. Zusatzkosten sind keine entstanden.

Dies bestätigt auch ein Tweet von Moderator Jann Billeter vom Dienstag.

Hat SRF die Sturmintensität unterschätzt?

Bereits vier Tage davor, am 11. August, wurde das Glasstudio in Ipanema gesperrt. Jann Billeter musste damals improvisieren – offenbar keine Seltenheit in Rio.

Gemäss SRF besteht das Glasstudio aus modularen Elementen, die bereits bei anderen Events im Einsatz waren, beispielsweise der Ski-WM im österreichischen Schladming. SRG und ORF mieten das Studio von einer österreichischen Firma.

Hat SRF die Sturmintensität und -häufigkeit unterschätzt? Kalberer: «Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Windstärken auftreten, wurde von den Fachleuten und der Stadt Rio während der Planungsphase als gering beurteilt.»

«Das Studio ist grundsätzlich sicher», sagt Sven Sarbach, Leiter Grossprojekte SRG und in Rio vor Ort. Das Sicherheitskonzept sehe vor, dass bei Windgeschwindigkeiten ab 100 km/h die Produktion stufenweise ausgelagert werde. «Die Sicherheit der Mitarbeiter ist gewährleistet.»