Der Kampf um das Fernsehen der Zukunft hat begonnen: Mehr als 300 Telekommunikationsunternehmen bereiten derzeit den Start von IPTV vor, dem Fernsehen per Internet, oder sind bereits auf Sendung. Experten rechnen mit einem rasanten Wachstum der Abonnements auf bis zu 25 Millionen und einem Umsatz von etwa 10 Milliarden US-Dollar im Jahre 2010.
Um die Erfolgaussichten der noch jungen Technologie besser einzuschätzen, befragte der Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture gemeinsam mit der Intelligence Unit des Wirtschaftsmagazins Economist weltweit 302 Entscheidungsträger der Medien- und Technologiebranche. Der Studie zufolge erwarten die Anbieter signifikante Umsätze aber erst in etwa drei Jahren.
Angesichts der hohen Investitionen in Infrastruktur, Technologie und Inhalte werden IPTV-Services im Paket mit anderen Medienangeboten auf den Markt kommen. "Das kommerzielle Potenzial liegt vor allem in einem Triple-Play-Angebot - einer Kombination aus Fernsehen, Telefonie und Breitband-Internet", sagt Dr. Nikolaus Mohr, Geschäftsführer im Bereich Communications & High Tech bei Accenture.
Vor allem die Netzbetreiber unter den Anbietern hoffen, damit wechselwillige Kunden stärker zu binden (22 Prozent) sowie die Zahl der Breitbandanschlüsse zu erhöhen (31 Prozent). 85 Prozent der befragten Netzbetreiber gehen davon aus, dass preisgünstige Paketlösungen in den nächsten 12 Monaten eine wichtige Rolle dabei spielen werden, Kunden für das neue Angebot zu gewinnen.
Am meisten Umsatz bringt Video-on-Demand
Als grössten Umsatzbringer betrachten die Anbieter Video-on-Demand. Für die nächsten zwölf Monate sehen hier 22 Prozent das grösste Potenzial, und auch in drei Jahren, so die Annahme, wird dieses Angebot mit 19 Prozent an der Spitze der Produkte stehen.
Die grössten Herausforderungen für IPTV-Anbieter sind nach Ansicht der Befragten hohe Gebühren, die der Zuschauer für den Netzzugang oder Geräte entrichten muss (21 Prozent), mögliche Qualitätsprobleme (21 Prozent) und die Bereitstellung hochwertiger Inhalte (17 Prozent).