Moritz Suter musste wenig Geld in die Hand nehmen, um Verleger der "Basler Zeitung" zu werden. Für das Unternehmen, das Anfang 2010 für rund 70 Millionen Franken an den Tessiner Financier Tito Tettamanti und den Basler Wirtschaftsanwalt Martin Wagner verkauft worden war, habe er "ein wenig mehr als eine Million bezahlen", wie er nun gegenüber der "NZZ am Sonntag" auf Anfrage sagt. Dies wisse man. Bis jetzt wusste das aber niemand ausser Suter und die anderen in den Verkauf involvierten Personen, wie die Zeitung weiter schreibt. Der Betrag ist äusserst klein, gemessen am Wert des Unternehmens mit 1100 Mitarbeitern. "Die, die mir den Kredit gegeben haben, wollen, dass wir das Unternehmen schnell sanieren", sagte Suter weiter. Dies lasse die Vermutung zu, dass Suter gegenüber den Kreditgebern eine Verpflichtung eingegangen. Die "NZZ am Sonntag" wirft die Frage auf, wie frei der Verleger des Traditionsblattes in seinem Handeln wirklich ist.
Wer brachte Ende 2010 die sehr viel grössere Verkaufssumme auf oder leistete entsprechende Garantien?, fragt die Zeitung weiter. Die Basler würden gerne erfahren, wer am Monopolblatt des Stadtkantons finanziell beteiligt ist, doch Suter gebe keine Auskunft. Die "NZZ am Sonntag" tippt auf Christoph Blocher, der mit seinem Unternehmen Robinvest die Basler Mediengruppe analysiert und beraten hatte bevor sie an Suter verkauft wurde: "Ist Blocher finanziell an einer der beiden involvierten Basler Aktiengesellschaften beteiligt? Oder finanziert er jemanden, der es ist?"
Dieser verneint dies schriftlich und mit Grossbuchstaben. Tettamanti sei für eine Stellungnahme nicht erreichbar gewesen. Weiter nimmt die "NZZ am Sonntag" Bezug auf ein Interview, welches Blocher Ende Januar in einem zweiseitigen Interview mit der "Basler Zeitung" gegeben habe: "Wenn die BaZ-Gruppe jetzt nicht saniert wird, dann wird sie nicht überleben. Das weiss auch Moritz Suter, der neue Eigentümer", so Blocher damals. Der Wille der anonymen Kreditgeber, von dem Suter nun berichte - "schnell sanieren" - ist mit dieser Aussage identisch. "Ein schöner Zufall", schreibt die Zeitung abschliessend.
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